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Sabre stärkt seinen Vertrieb, Amadeus steht unter Druck: Das zweite Quartal bringt gemischte Ergebnisse für die GDS-Giganten

Sabre stärkt seinen Vertrieb, Amadeus steht unter Druck: Das zweite Quartal bringt gemischte Ergebnisse für die GDS-Giganten

Die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 zeigen eine ungewöhnlich große Diskrepanz zwischen führende globale Vertriebssysteme. Während Sabre seinen Vertrieb weiter ausbaute, spürte Amadeus die Auswirkungen der mit dem Konflikt im Nahen Osten verbundenen Beeinträchtigungen des Flugverkehrs. Travelport ist nicht verpflichtet, seine Geschäftsergebnisse zu veröffentlichen, daher können wir diese nicht in den Vergleich einbeziehen.

Der Sabre-Marktplatz wuchs weiter

Sabre erzielte im zweiten Quartal im Segment „Marketplace“ – wie das Unternehmen sein ehemaliges Vertriebssegment seit Anfang dieses Jahres nennt – einen Umsatz von 577 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einem Wachstum von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, während die Buchungen im Flugvertrieb weiterhin im positiven Bereich lagen.

Die Ergebnisse verschafften Sabre genügend Spielraum, um die Erwartungen für das bereinigte EBITDA und den freien Cashflow für das Gesamtjahr 2026 nach oben anzupassen. Bereits nach dem ersten Quartal betonte das Unternehmen, dass das Wachstum bei den Vertriebsbuchungen trotz des Nachfragedrucks und geopolitischer Spannungen über dem des Gesamtmarktes liege.

Für Reisebüros und TMCs ist gerade das anhaltende Wachstum des Vertriebsgeschäfts von Interesse. In einer Zeit, in der zunehmend über Direktvertrieb, das NDC und neue Aggregatoren diskutiert wird, spielt das traditionelle GDS-Volumen im Geschäftsmodell von Sabre offensichtlich nach wie vor eine sehr wichtige Rolle.

Amadeus verzeichnet einen Rückgang bei den Buchungen.

Bei Amadeus sieht die Lage anders aus. Der Umsatz im Segment „Air Distribution“ sank um 2,41 % auf rund 762 Millionen Euro, während die Zahl der Buchungen um 7,61 % zurückging. Ein höherer Umsatz pro Buchung, der um 5,61 % stieg, milderte die negativen Auswirkungen teilweise ab.

Amadeus führt den Rückgang in erster Linie auf den Krieg im Nahen Osten, eine höhere Zahl an Stornierungen und Änderungen bei den Flugkapazitäten zurück. Reuters berichtet dass das Unternehmen seine Erwartungen für das Umsatzwachstum im Jahr 2026 aufgrund eines schwächeren zweiten Quartals von dem ursprünglich geplanten hohen einstelligen Wachstum auf einen mittleren bis hohen einstelligen Bereich gesenkt hat.

CEO Luis Maroto erklärte jedoch, dass sich die Buchungszahlen seit Juni allmählich erholen und dass das Schlimmste der Krise wahrscheinlich überstanden sei.

Gleicher Sektor, aber unterschiedliche Risikoexposition

Ein direkter Vergleich der Umsätze von Sabre und Amadeus ist nicht ganz aussagekräftig, da die Unternehmen unterschiedliche Berichtsmethoden anwenden und in unterschiedlichen Marktsegmenten tätig sind. Das zweite Quartal zeigt jedoch deutlich, wie sich geografische Faktoren, die Kundenstruktur und der Umsatz pro Buchung heute auf die Leistung von Vertriebsplattformen auswirken können.

Für die Reisebranche Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis dieses Quartals: Das Buchungsvolumen ist nach wie vor entscheidend, doch die Widerstandsfähigkeit des Vertriebsgeschäfts hängt zunehmend davon ab, woher dieses Volumen stammt und in welchem Umfang es monetarisiert werden kann.

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Stipan Spaija

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Stipan Spaija – Gründer und Herausgeber von Tragento.com

Stipan Spaija ist Gründer und Herausgeber von Tragent, einem B2B-Portal für Fachleute aus der Tourismusbranche. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Tourismus, mit den Schwerpunkten Luftfahrtbranche, Reisetechnologie und Vertrieb.