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Europa führt ein einheitliches Bahnticket ein: Das Ende der digitalen Barrieren auf den Schienen?

Europa führt ein einheitliches Bahnticket ein: Das Ende der digitalen Barrieren auf den Schienen?

Planung Zugfahrten Seit Jahren ist das Reisen durch mehrere europäische Länder eine logistische Herausforderung. Während Fluggesellschaften bereits seit Jahrzehnten globale Vertriebssysteme nutzen, ist der Schienenverkehr nach wie vor in fragmentierten nationalen Systemen gefangen. Die Europäische Kommission will dem nun ein Ende setzen und die obligatorische Weitergabe von Fahrkartendaten einführen. Dadurch könnten Fahrgäste eine einzige Fahrkarte für eine Strecke kaufen, an der mehrere Betreiber wie die ÖBB, die Deutsche Bahn oder Trenitalia beteiligt sind.

Transparenz als Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit

Das größte Hindernis für die Entwicklung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs war bisher nicht nur die Infrastruktur, sondern auch Datenabschluss. Große nationale Bahnunternehmen haben oft ein Monopol auf Preis- und Fahrplaninformationen, was den Betrieb unabhängiger Ticketplattformen erschwert. Nach dem neuen Vorschlag werden die Bahnunternehmen gesetzlich verpflichtet sein, ihre Daten allen relevanten Vertriebskanälen zur Verfügung zu stellen.

Für Reisende bedeutet dies, dass sie die Preise leichter vergleichen können., sondern auch die Möglichkeit, die günstigsten Angebote verschiedener Anbieter an einem Ort zu kombinieren. Die Branche sieht darin eine Art “Abschaffung des Roamings”, allerdings auf der Schiene. Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem der Kauf einer Zugfahrkarte so einfach ist wie das Abonnieren eines Streaming-Dienstes – eine einzige Plattform, die Zugang zu allen Anbietern ohne versteckte Komplikationen bietet.

Ein neues Maß an Schutz für Fahrgäste bei Verspätungen

Eines der Hauptprobleme, mit denen Kunden von Reisebüros und Individualreisende konfrontiert sind, ist der Verlust von Anschlussrechten. Wenn ein Zug Verspätung hat und der Fahrgast einen Anschlusszug eines anderen Betreibers verpasst, ist er oft auf sich allein gestellt, da Fahrkarten als separate Verträge behandelt werden.

Das neue System führt eine zentrale Haftungsstelle ein. Im Falle von Verspätungen oder Ausfällen muss der für das Problem verantwortliche Betreiber die Kosten für die Umleitung, Verpflegung und sogar Unterkunft übernehmen. Diese Art von Reisegarantie verringert das Risiko für Reisende erheblich und erleichtert es den Reisebüros, komplexere Bahnreisen zu verkaufen, die bisher aufgrund der Unzuverlässigkeit der Anschlüsse als “risikoreich” galten.

Geschäftspotenzial für Agenturen und die Technologiebranche

Obwohl die Eisenbahn am umweltfreundlichsten Im Reisebereich wurde der Umsatz im B2B-Sektor durch mangelnde Standardisierung beeinträchtigt. In jüngsten Umfragen gaben 43% der Befragten an, dass sie internationale Zugreisen gerade wegen des komplizierten Buchungsprozesses nicht buchen.

Die Öffnung von Daten und die Einführung einer einheitlichen Karte eröffnen enorme Raum für Travel-Tech-Unternehmen sowie TMCs (Travel Management Companies). Digitale Plattformen werden verpflichtet sein, alle verfügbaren Optionen neutral darzustellen, wodurch ein fairer Markt entsteht. Sollte der Vorschlag vom Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten gebilligt werden, haben die Anbieter nur 12 Monate Zeit, um alle ihre Angebote in Suchmaschinen zu integrieren, was darauf hindeutet, dass der Wandel schneller vonstattengehen könnte, als die Branche erwartet hatte.

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Stipan Spaija

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Stipan Spaija – Gründer und Herausgeber von Tragento.com

Stipan Spaija ist Gründer und Herausgeber von Tragent, einem B2B-Portal für Fachleute aus der Tourismusbranche. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Tourismus, mit den Schwerpunkten Luftfahrtbranche, Reisetechnologie und Vertrieb.

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