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Der intermodale Verkehr wird zur Norm: Die großen Luft- und Bahnunternehmen lassen die Grenzen zwischen Terminals und Bahnhöfen verschwinden.

Der intermodale Verkehr wird zur Norm: Die großen Luft- und Bahnunternehmen lassen die Grenzen zwischen Terminals und Bahnhöfen verschwinden.

Der italienische und der französische Markt prägen den europäischen Verkehrssektor weiterhin durch die strategische Vernetzung nationaler Luftfahrtunternehmen i Eisenbahnbetreiber. Was früher eine logistische Hürde für Reisende darstellte – der Kauf separater Fahrkarten und das Risiko verpasster Anschlüsse – entwickelt sich nun zu einem integrierten digitalen Produkt. Ab Juli 2026 signalisiert die Zusammenarbeit zwischen ITA Airways und dem privaten Bahnbetreiber Italo – neben den bereits etablierten Modellen, die Air France gemeinsam mit der SNCF entwickelt – deutlich, dass die Zukunft des Reisevertriebs im Konzept einer “Single-Booking”-Lösung liegt.

Synergie auf italienischen Rennstrecken und in der Luft

Die Vereinbarung zwischen ITA Airways und Italo bringt eine wesentliche Veränderung für Passagiere aus Städten wie Florenz oder Bologna mit sich, die über kein gut ausgebautes Netz an Interkontinentalflügen verfügen. Anstatt ihre Anreise zum Drehkreuz in Rom (Fiumicino) selbst organisieren zu müssen, können Passagiere ab Sommer 2026 die gesamte Reise – vom Abfahrtsbahnhof mit dem Hochgeschwindigkeitszug bis zum Endziel in Nordamerika oder Asien – in einem einzigen Buchungsvorgang buchen.

Diese Zusammenarbeit ist nicht nur eine Reaktion auf den Wunsch nach Komfort, sondern auch ein strategischer Schritt in einer Zeit, in der ITA Airways wird derzeit teilweise von der Lufthansa-Gruppe übernommen.. Auch die Eigentümerstruktur von Ital verleiht der Geschichte zusätzliches Gewicht, da das Unternehmen einen bedeutenden Anteil daran hält. Der Schifffahrtsriese MSC, was langfristig den Weg für eine noch umfassendere Intermodalität ebnet, einschließlich Kreuzfahrten und Güterverkehr. Neben der Vereinbarung mit Ital hat ITA Airways auch eine Absichtserklärung mit der staatlichen Eisenbahngesellschaft Trenitalia unterzeichnet, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Einrichtung eines gemeinsamen Labors für künstliche Intelligenz liegt, das den Passagierstrom optimieren und die CO₂-Emissionen senken soll.

Das französische Modell: von Luxus bis hin zu günstigen Angeboten

Während Italien die Grundlagen für neue Bündnisse schafft, Air France SNCF Voyageurs baut eine Partnerschaft aus, die bereits seit drei Jahrzehnten besteht. Neu auf dem französischen Markt ist die Einbindung der preisgünstigen OUIGO-Züge in das “Train + Air”-Angebot. Der Prozess begann bereits im Oktober 2025, die vollständige Einführung ist für September 2026 geplant. Reisende können dann Flüge mit günstigeren Zugverbindungen von Marseille, Avignon und Aix-en-Provence direkt zum Flughafen Paris-Charles de Gaulle kombinieren.

Dieser Schritt zielt strategisch auf die Dekarbonisierung ab, soll aber auch die Kundenbindung stärken. Air France-KLM ermöglicht es Mitgliedern des Flying-Blue-Programms, Prämienmeilen gegen SNCF-Gutscheine einzulösen, und positioniert damit die Bahn als wichtigstes Mittel zur Einlösung von Meilen über den Flugdienst hinaus.

Sicherheit der Fahrgäste und Betriebssicherheit

Für Reisebüros und TMCs, Der wichtigste Aspekt dieser Vereinbarungen ist die rechtliche und operative Sicherheit. Intermodale Verträge garantieren den Fahrgästen Schutz im Falle von Verspätungen – wenn der Zug Verspätung hat und der Fahrgast seinen Flug verpasst, sind die Betreiber verpflichtet, ohne zusätzliche Kosten eine alternative Beförderung bereitzustellen. Eine solche Garantie, die bisher ausschließlich für Anschlussflüge galt, wird nun zum Standard im kombinierten Verkehr und beseitigt damit eines der größten Hindernisse für den Verkauf multimodaler Angebote.

Die Optimierung des Check-in-Prozesses, der 48 Stunden vor Abflug über digitale Plattformen verfügbar sein wird, entlastet die Flughäfen zusätzlich und erhöht die Kapazitätsauslastung auf Langstreckenflügen. Der europäische Verkehrssektor betrachtet Zug und Flugzeug nicht mehr als Konkurrenten, sondern als sich ergänzende Teile einer einzigen Mobilitätskette.

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Stipan Spaija

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Stipan Spaija – Gründer und Herausgeber von Tragento.com

Stipan Spaija ist Gründer und Herausgeber von Tragent, einem B2B-Portal für Fachleute aus der Tourismusbranche. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Tourismus, mit den Schwerpunkten Luftfahrtbranche, Reisetechnologie und Vertrieb.

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