
Amadeus führt mit neuen Tools KI im Bereich der Unterkunftsvermittlung ein
Der Technologieriese erweitert sein Hotelportfolio um Lösungen, die Hotelsysteme mit künstlicher Intelligenz verknüpfen und die täglichen Abläufe der Hotelteams optimieren.
Die Art und Weise, wie Reisende nach Unterkünften suchen und diese buchen, unterliegt einem stillen, aber radikalen Wandel. Traditionelle Suchmaschinen, Online-Reisebüros (OTAs) und direkte Hotelwebsites sind nicht mehr die einzigen Anlaufstellen für die Suche. Immer mehr Nutzer überlassen die Reiseplanung KI-Assistenten. Sie stellen komplexe Anfragen zu Lage, Preis und bestimmten Hoteldienstleistungen. Für die Hotelbranche ergibt sich daraus eine völlig neue Herausforderung. Die Frage ist: Wie bleibt man auf Kanälen, die nicht von traditionellen Vertriebssystemen verwaltet werden, sichtbar und wettbewerbsfähig?
Amadeus stellt sich dieser Herausforderung mit der Einführung von zwei neuen Tools basierend auf künstlicher Intelligenz. Der Schwerpunkt liegt auf einer KI-Commerce-Lösung, die es Hotels ermöglicht, ihre Zimmer direkt über dialogorientierte KI-Schnittstellen zu vermarkten. Die größte Herausforderung bleibt dabei die Datensynchronisation in Echtzeit. Damit der KI-Assistent ein Zimmer erfolgreich empfehlen und verkaufen kann, muss er genaue Angaben zu Preisen, Verfügbarkeit, Steuern und Stornierungsbedingungen verarbeiten können. Amadeus verbindet daher diese neuen Kanäle mit bestehenden zentralen Reservierungssystemen. So werden Fehler in den Angeboten vermieden, die das Vertrauen der Gäste untergraben könnten.
Offene Standards für autonome Reservierungen
Einer der interessantesten Aspekte dieses technologischen Wandels ist Die Zusammenarbeit von Amadeus mit Google sowie weitere Partner bei der Entwicklung des Universal Commerce Protocol (UCP) für die Beherbergungsbranche. Dabei handelt es sich um einen offenen Standard für den sogenannten „Agency Commerce“ (engl.). Agentengesteuerter HandelIn diesem Konzept geben KI-Systeme nicht nur Empfehlungen ab, sondern sind auch in der Lage, Transaktionen eigenständig durchzuführen.
Für Hoteliers und Vertriebsleiter bedeutet dies eine Vereinheitlichung eines ansonsten fragmentierten Marktes. Ein gemeinsames Protokoll soll sicherstellen, dass Stornierungsbedingungen, Treuevorteile und Zahlungsprozesse klar definiert und einheitlich sind. Dies würde unabhängig davon gelten, welcher KI-Assistent die Kommunikation mit dem Endkunden übernimmt.
Intelligentere Arbeitsabläufe im Hotel
Neben den Lösungen für den Gästeservice halten technologische Veränderungen auch in den Betrieben selbst Einzug. Hotelrezeptionen. Der neue Amadeus Max-Assistent lässt sich direkt in die täglichen Arbeitsabläufe des Hotelpersonals integrieren. Anstatt Daten aus verschiedenen Softwareprogrammen manuell zu suchen und zusammenzuführen, können die Teams nun mithilfe natürlicher Sprache Geschäftsanalysen abrufen.
Die erste Version dieses Systems mit dem Namen „Amadeus Max for Advisor“ arbeitet mit den bekannten Amadeus-Tools für die Geschäftsanalyse wie Demand360 und RevenueStrategy360 zusammen. Das System hilft dabei, die Marktnachfrage und Trends bei Reisebüros zu verfolgen. Zudem ist eine Ausweitung auf die Bereiche Werbung, Vertrieb und Veranstaltungsorganisation geplant. Dies dürfte die Bearbeitung von Gruppenanfragen und die Erstellung von Angeboten erheblich beschleunigen.
Dieser Schritt, der auf die frühere Übernahme des US-Start-ups SkyLink durch Amadeus folgt, zeigt deutlich, in welche Richtung sich die Reisetechnologiebranche entwickelt. Künstliche Intelligenz ist nicht mehr nur ein Marketing-Schlagwort, sondern wird zur Infrastruktur. Damit verbindet sie die Sichtbarkeit auf neuen Kanälen mit der betrieblichen Effizienz hinter den Kulissen.