
Portugal hat die Privatisierung von TAP bis Ende 2026 verlängert.
Portugal hat die Frist für den Abschluss der Privatisierung von TAP Air Portugal bis zum 31. Dezember 2026 verlängert. Air France-KLM und Lufthansa erhielten eine weitere Gelegenheit, ihre Angebote für 44,9 Prozent der portugiesischen Fluggesellschaft zu verbessern.
Die portugiesische Regierung hat es versäumt, einen klaren Favoriten unter den folgenden Optionen zu benennen: Air France-KLM und Lufthansa. Nach der Auswertung der Ende Juli eingereichten verbindlichen Angebote wurden beide insgesamt sehr ähnlich bewertet. Anstatt sich sofort für einen Investor zu entscheiden, wurde eine zusätzliche Verhandlungsphase eingeleitet, die drei Wochen dauern wird.
Durch einen Beschluss des Ministerrats wurde die Frist für das gesamte Verfahren nun bis zum 31. Dezember verlängert. Bis dahin sollen verbesserte verbindliche Angebote eingegangen sein, ein neuer Parpública-Bericht erstellt, ein Investor ausgewählt und die Vertragsunterlagen ausgearbeitet worden sein.
Der Preis wird nicht das einzige Kriterium sein.
Portugal verkauft 44,9 Prozent der Anteile an TAP an einen strategischen Partner, wobei weitere fünf Prozent für die Mitarbeiter reserviert sind. Sollten einige dieser Anteile nicht gezeichnet werden, kann der ausgewählte Investor diese übernehmen. Die Regierung hat von Beginn an betont, dass die Angebote nicht ausschließlich nach dem Preis bewertet werden.
Für Portugal sind der Ausbau des TAP-Streckennetzes und die Rolle Lissabons als Drehkreuz für Brasilien, den portugiesischsprachigen Raum Afrikas und Nordamerika von besonderer Bedeutung. Gerade diese Lage am Atlantik ist einer der Hauptgründe, warum TAP für große europäische Konzerne von Interesse ist.
Zwei verschiedene Strategien für TAP
Air France-KLM stützt sein Angebot auf einen Plan, der Passagierverkehr, Fracht, das Treueprogramm und MRO-Aktivitäten umfasst. Der Konzern verweist zudem auf die Unterstützung durch Delta Air Lines, seinen Partner im transatlantischen Joint Venture.
Lufthansa sieht TAP als künftige führende Fluggesellschaft ihrer Gruppe für den Südatlantik, mit Lissabon als strategischem Drehkreuz. Die deutsche Gruppe verweist dabei auf das Entwicklungsmodell nationaler Fluggesellschaften wie SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und ITA Airways.