Die Lufthansa kürzt ihren Winterflugplan für die Region drastisch.
Die deutsche Fluggesellschaft streicht in der kommenden Wintersaison Hunderte von wöchentlichen Flügen nach Südosteuropa, und die Umstrukturierungswelle wird Zagreb, Ljubljana und Belgrad hart treffen.
Deutsche Lufthansa befindet sich derzeit in einer Phase tiefgreifender Konsolidierung, in der das Unternehmen gemäß den neuesten Plänen für den Winterflugplan 2026/2027 im Vergleich zu den ursprünglichen Prognosen rund 480 wöchentliche Flüge streichen wird. Auf Jahresbasis fällt der Rückgang noch drastischer aus und beläuft sich auf mehr als 800 Flüge weniger pro Woche. Dieser Schritt ist Teil eines umfassenderen Plans zur Stabilisierung des Betriebs und zur Steigerung der Rentabilität der Muttermarke der Gruppe. Anstelle einer aggressiven Expansion liegt der Fokus nun auf der operativen Stabilität an den Hauptdrehkreuzen Frankfurt und München, doch die Märkte in Frankfurt werden den Preis für diese Strategie zahlen, da ihnen nennenswerte Kapazitäten fehlen werden.
Die Flüge von Zagreb nach Frankfurt wurden halbiert – rettet Air Dolomiti die Lage?
Der kroatische Markt wird diese Veränderungen durch eine erhebliche Reduzierung der Kapazitäten auf einer der wichtigsten Geschäfts- und Zubringerverbindungen zu spüren bekommen. Lufthansa halbiert die Anzahl der Flüge zwischen Zagreb und Frankfurt. Statt der bisherigen zwei täglichen Flüge wird künftig nur noch eine tägliche Verbindung angeboten.
Um diesen Rückgang etwas abzufedern und ihre Präsenz aufrechtzuerhalten, wird die Gruppe auf dieser Strecke verstärkt auf sogenannte Wet-Lease-Vereinbarungen mit ihrer Tochtergesellschaft Air Dolomiti zurückgreifen. Passagiere können über den bayerischen Knotenpunkt eine gewisse Entschädigung finden, da die Strecke nach München mit zwei Flügen pro Tag stabil bleibt, was in manchen Monaten einen leichten Anstieg im Vergleich zum letzten Winter darstellt. Dennoch wird die Gesamtzahl der für Passagiere aus Kroatien verfügbaren Sitzplätze deutlich geringer ausfallen, als es die Branche gewohnt ist.
Ljubljana verliert vorübergehend München und Belgrad mit minimalen Korrekturen
Die slowenische Hauptstadt verliert in den Wintermonaten ihre Direktverbindung nach München vollständig. Nachdem diese Strecke bereits im April dieses Jahres von der vorübergehenden Einstellung des Flugbetriebs der Lufthansa CityLine betroffen war, hat die Geschäftsführung beschlossen, alle zehn planmäßigen wöchentlichen Flüge für den Winter zu streichen. Die Strecke wird voraussichtlich erst Ende März nächsten Jahres mit dem Sommerflugplan wieder aufgenommen. Für den slowenischen Markt bleibt Frankfurt mit zwei täglichen Flügen das einzige Tor zum Lufthansa-Streckennetz.
Der Flughafen Belgrad hingegen kommt fast unbeschadet davon. Die Anzahl der Flüge nach München wird um lediglich einen wöchentlichen Flug reduziert und bleibt bei dreizehn Flügen pro Woche. Darüber hinaus ist ab Januar nächsten Jahres eine leichte Kapazitätserholung auf dieser Strecke geplant, sofern es nicht zu weiteren unvorhergesehenen Ausfällen in der Flotte kommt.
Die operative Realität hinter strategischen Entscheidungen
Obwohl diese Entscheidungen offiziell als Netzwerkoptimierung und selektiver Abbau zur Kostensenkung auf Kurzstreckenflügen kommuniziert werden, sehen Analysten der Luftfahrtbranche darin eine klare Reaktion auf die chronischen Probleme, unter denen die deutsche Fluggesellschaft leidet. Dabei geht es in erster Linie um den anhaltenden Personalmangel und technische Herausforderungen innerhalb der Flotte selbst.
Für regionale Tourismusverbände und insbesondere für den TMC-Sektor, was bedeutet, dass Strategien erneut überprüft werden müssen. Die geringere Anzahl an Sitzplätzen und die selteneren Flüge zu wichtigen europäischen Drehkreuzen werden unweigerlich zu höheren Preisen für die verbleibenden Tickets führen und Geschäftsreisen am selben Tag erschweren. Die Branche wird nach Lösungen bei alternativen Fluggesellschaften suchen oder Kunden über andere europäische Drehkreuze umleiten müssen.