
Der Flugverkehr nimmt wieder zu
Die weltweite Nachfrage ist um bescheidene 0,2 Prozent gestiegen, während die Fluggesellschaften für September fast drei Prozent mehr Sitzplätze planen.
Weltweiter Personenverkehr Flugverkehr Im Juli 2026 kehrte nach drei aufeinanderfolgenden Monaten mit Rückgängen wieder Wachstum ein. Nach den neuesten Daten der International Air Transport Association (IATA) lag die Gesamtnachfrage, gemessen in Passagierkilometern (RPK), um 0,2 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats.
Das relativ schwache Gesamtergebnis war in erster Linie auf einen Rückgang des Verkehrsaufkommens auf Naher Osten sowie eine schwächere Nachfrage seitens nordamerikanischer Fluggesellschaften. Ohne Berücksichtigung der Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten stieg das weltweite Passagieraufkommen um 1,2 Prozent.
Die Kapazität, gemessen in verfügbaren Passagierkilometern (ASK), stieg um 0,3 Prozent. Die durchschnittliche Auslastung lag bei hohen 85,2 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert vom Juli 2025.
Europa verzeichnet ein stetiges Wachstum
Die europäischen Fluggesellschaften verzeichneten im Juli einen Anstieg des gesamten Passagieraufkommens um 2,1 Prozent, während ihre Kapazität um 2,3 Prozent zunahm. Die Auslastung lag bei 87,7 Prozent und war damit die höchste aller Regionen weltweit.
Im internationalen Verkehr der europäischen Fluggesellschaften wurde ein noch besseres Ergebnis verzeichnet. Die Nachfrage stieg um 3,1 Prozent, während die Kapazität um fast denselben Wert, nämlich 3,2 Prozent, zunahm.
Insbesondere das Flugaufkommen zwischen Europa und Asien stieg um bis zu 12,1 Prozent. Dies war im Juli der stärkste Anstieg unter allen wichtigen internationalen Flugkorridoren.
Der internationale Handel hinkt nach wie vor etwas hinterher.
Die weltweite internationale Nachfrage ging im Vergleich zum Juli des Vorjahres um 0,1 Prozent zurück. Dies stellt jedoch eine Verbesserung gegenüber dem Rückgang von 0,6 Prozent im Juni dar.
Ohne die Ergebnisse der Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten wäre das internationale Verkehrsaufkommen um 1,5 Prozent gestiegen. Die internationale Kapazität stieg um 0,3 Prozent, während die Auslastung um 0,3 Prozentpunkte auf 85,2 Prozent sank.
Die Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten verzeichneten einen Rückgang der internationalen Nachfrage um 9,5 Prozent. Das Ergebnis ist zwar weiterhin negativ, fällt jedoch deutlich besser aus als der Rückgang um 13,9 Prozent im Juni, was auf eine allmähliche Erholung des Flugverkehrs über die Luftverkehrsknotenpunkte am Golf hindeutet.
Inlandsverkehr wieder in den schwarzen Zahlen
Der inländische Passagierverkehr stieg nach zwei Monaten mit rückläufigen Zahlen um 0,6 Prozent. Die Erholung war vor allem auf den chinesischen Markt zurückzuführen, wo die Nachfrage um 5,3 Prozent zunahm.
Die Inlandsflugkapazität stieg weltweit um 0,2 Prozent, während die Auslastung 85,3 Prozent erreichte. Unter den wichtigsten Märkten verzeichnete Brasilien mit einem Anstieg des Inlandsflugverkehrs um sechs Prozent das stärkste Wachstum.
Die Fluggesellschaften erhöhen die Anzahl der Sitzplätze
Die Flugpläne deuten darauf hin, dass die Fluggesellschaften davon ausgehen, dass die solide Nachfrage auch nach dem Höhepunkt der Sommersaison anhalten wird. Die weltweite Zahl der verfügbaren Sitzplätze dürfte im August um 1,9 Prozent und im September um 2,9 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr.
Für die Region Asien-Pazifik wird im September ein Kapazitätsanstieg von 3,4 Prozent erwartet. Im Nahen Osten wird zwar weiterhin mit einer geringeren Anzahl an Sitzplätzen als im Vorjahr gerechnet, doch dürfte sich der Rückgang allmählich abschwächen.
Die Chefökonomin der IATA, Marie Owens Thomsen, bewertete die Ergebnisse der Sommersaison als weitgehend positiv, insbesondere angesichts der hohen Treibstoffpreise, der wirtschaftlichen Unsicherheit und der geopolitischen Spannungen. Die angekündigte Kapazitätserhöhung zeigt, dass die Fluggesellschaften weiterhin an die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte glauben.
Ein ausführlicher Bericht ist abrufbar unter Die Seiten der IATA.