
Airbnb testet derzeit niedrigere Gebühren für Gastgeber, die ihre Gäste selbst abholen.
Airbnb testet derzeit ein neues Modell, bei dem Gastgeber, die ihre eigene Nachfrage generieren, eine deutlich geringere Gebühr zahlen können. Die Buchung erfolgt weiterhin über das Airbnb-System, sodass die Grenze zwischen einer OTA-Buchung und einer Direktbuchung zunehmend verschwimmt.
Airbnb bietet ausgewählten Gastgebern nun spezielle Buchungslinks an, über die die Plattformgebühr nach bisherigen Informationen von den üblichen 15,5 % auf 6 % oder 10 % gesenkt wird. Über das Pilotprojekt berichtete Skift erstmals Ende August, nachdem Gastgeber die Nachrichten von Airbnb in sozialen Medien und in Gastgeber-Communities geteilt hatten.
Der Gast kommt vom Gastgeber, aber die Buchung erfolgt weiterhin über Airbnb.
Der Gastgeber kann den neuen Link über soziale Medien, per E-Mail oder über andere persönliche Marketingkanäle teilen. Wenn ein Gast über diesen Link bucht, fällt eine geringere Gebühr an.
Allerdings handelt es sich dabei nur im marketingtechnischen Sinne um eine “Direktbuchung”. Zahlung, Buchung und Kundenbetreuung laufen weiterhin über Airbnb, und der Gastgeber behält Vorteile wie AirCover. Airbnb bleibt der Vermittler und kontrolliert die Transaktion.
Die Gebühr 15.5% erscheint in einem neuen Licht
Der Zeitpunkt des Tests ist besonders interessant. Im Laufe des Jahres 2026 führt Airbnb ein Modell mit einer einzigen Gebühr ein, die vom Gastgeber zu entrichten ist. Für die meisten Gastgeber beläuft sich diese Gebühr im Rahmen dieses Modells auf 15,5 %, während Airbnb angibt, dass einige Nutzer von Immobilien- und Kanalverwaltungssoftware bereits am 13. Oktober auf die neue Struktur umstellen werden.
Wenn der Gastgeber für einen Gast, den er selbst gefunden hat, nur 6% oder 10% zahlt, beginnt die Plattform faktisch, die Verteilung und die Buchungsinfrastruktur selbst anders zu bewerten. Für professionelle Immobilienverwalter bietet dies einen konkreteren Maßstab bei der Berechnung der Kosten ihres eigenen Direktbuchungskanals.
Neuer Wettbewerber mit eigenen Direktbuchungskanälen
Für Verwalter von Ferienwohnungen und Villen in Kroatien und an der Adria könnte das Modell besonders attraktiv sein, da viele von ihnen bereits über Datenbanken mit früheren Gästen, Social-Media-Kanäle und eigene Websites verfügen.
Anstatt sich zwischen der vollen OTA-Provision und einer reinen Direktbuchung entscheiden zu müssen, testet Airbnb eine dritte Option: Der Gastgeber bringt den Gast mit, während die Plattform gegen eine geringere Gebühr die Zahlungsabwicklung, die Infrastruktur und den Schutz übernimmt.
Das Pilotprojekt steht noch nicht allen Gastgebern zur Verfügung, und Airbnb hat auch noch keine öffentliche Dokumentation mit den vollständigen Regeln veröffentlicht. Daher handelt es sich eher um ein Signal als um einen neuen Standardtarif. Sollte es in größerem Umfang eingeführt werden, könnte dies die Art und Weise verändern, wie professionelle Vermieter ihre Vertriebskosten berechnen und Einnahmen erzielen.