
ATTA-Bericht 2025: Der Abenteuertourismus tritt in eine Phase der Stabilisierung und Spezialisierung ein
Die Adventure Travel Association (ATTA) hat ihren neuen jährlichen Bericht zum Stand der Abenteuertourismusbranche für das Jahr 2025 veröffentlicht, der wichtige Einblicke in die Entwicklung der Branche nach einer turbulenten Phase der Erholung nach der Pandemie bietet. Der Bericht, der auf einer zwischen Februar und April 2025 durchgeführten weltweiten Umfrage basiert, vermittelt ein genaues Bild der Veränderungen, Herausforderungen und Chancen in diesem wachsenden Nischenbereich des Tourismus.
Rückkehr zu einem nachhaltigen Niveau
2024 war ein Jahr der Stabilisierung. Die Zahl der von Reiseveranstaltern abgefertigten Passagiere sank im Vergleich zu 2023 um 37% (von 6.553 auf 4.141), wodurch die Branche wieder ein nachhaltigeres Betriebsniveau erreichte, das mit dem von 2019 vergleichbar ist. Die Auslastung blieb stabil bei 65% und lag damit deutlich über dem Wert des Pandemiejahres 2021 (52%), was auf eine konstante Nachfrage hindeutet.
Die Reisen dauerten durchschnittlich acht Nächte und kosteten rund 3.000 Dollar, wobei bis zu 76% dieses Betrags bei lokalen Anbietern ausgegeben wurden. Dies bestätigt das langfristige Engagement der Branche für die lokale Wirtschaft. Die beliebtesten Reiserouten verbanden aktive Erkundung, eine kulturelle Komponente und erschwingliche Preise.
Das Profil des durchschnittlichen Abenteuerreisenden im Jahr 2024 umfasst Menschen im Alter von 45 bis 64 Jahren, die überwiegend aus den USA, Brasilien und Westeuropa stammen. Unter den Gastländern dominieren Reiseziele wie Italien, Japan und die USA.
Im Bereich der Spezialreisen – von Gourmetreisen über Trekkingtouren, Safaris und E-Bike-Ausflüge bis hin zu Reisen nur für Frauen und Fotoreisen – wurde ein deutliches Wachstum verzeichnet. Die Nachfrage nach auf spezifische Interessen zugeschnittenen Reiserouten und kleineren Gruppen deutet auf einen sich verstärkenden Trend zur Individualisierung hin.
Als wichtigste Beweggründe der Reisenden wurden folgende genannt:
- Die Suche nach authentischen Erlebnissen,
- abseits der ausgetretenen Pfade,
- der Wunsch nach einer lokalen Art des Reisens,
- Bewusstsein für den Klimawandel – das Konzept der „letzten Reisechance“ gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Nachhaltigkeit unter Druck
Obwohl Nachhaltigkeit weiterhin im Fokus steht, steigt die Zahl der Veranstalter, die eine Zertifizierung anstreben, nicht nennenswert an – 49% der Befragten verfügen derzeit über ein Zertifikat oder streben eines an. Kosten und begrenzte Kapazitäten bleiben die größten Hindernisse.
Die Besorgnis hinsichtlich des Klimawandels, des Artenschutzes und der Lebensgrundlagen lokaler Gemeinschaften nimmt immer mehr zu, und Reiseziele mit kälterem Klima, wie Skandinavien und die Antarktis, erfreuen sich aufgrund extremer Wetterbedingungen und der Überbelegung beliebter Reiseziele wachsender Beliebtheit.
Im Jahr 2024 verzeichneten 73% Reiseveranstalter ein Umsatzwachstum, während nur 18% einen Rückgang verzeichneten. Die Prognosen für das Jahr 2025 sind optimistisch – 66% erwarten einen Anstieg des Nettogewinns mit einer durchschnittlich angekündigten Wachstumsrate von 26%. Das Wachstum basiert auf der Gewinnung neuer Kunden, der Entwicklung neuer Produkte und der Erschließung neuer Märkte.
„Die Abenteuerreisebranche schlägt ein neues Kapitel auf – eines, das von Werten und nicht nur vom Wachstum geprägt ist“, sagte Shannon Stowell, Geschäftsführerin der ATTA. „Reisen ist nicht mehr nur eine Flucht aus dem Alltag, sondern eine Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, zu lernen und etwas Positives zu bewirken – für Reisende, für Gemeinschaften und für unseren Planeten.“
📌 Der vollständige Bericht ist auf der offiziellen auf der ATTA-Website.
📍 Quelle: Adventure Travel Trade Association (ATTA), Juli 2025.