
Das neue Terminal am Flughafen Zadar erhöht die Kapazität auf drei Millionen Passagiere.
Flughafen Zadar Mit der Eröffnung eines neuen Bereichs des Passagierterminals wurde die erste Phase des größten Infrastrukturprojekts seit dem Wiederaufbau des Flughafens nach dem Krieg abgeschlossen. Durch die neue Anlage steigt die jährliche Kapazität auf drei Millionen Passagiere – fast doppelt so viel wie die im vergangenen Jahr verzeichneten 1,6 Millionen.
Das Projekt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das bestehende provisorische Terminal an seine betrieblichen Grenzen stößt. Eine größere Kapazität ist daher nicht nur für den Komfort der Passagiere wichtig. Sie verschafft dem Flughafen auch mehr Spielraum für neue Flugverbindungen, den Ausbau seines Streckennetzes und ein effizienteres Verkehrsmanagement während der Hochsaison im Sommer.
Beseitigung eines Engpasses zur Förderung des weiteren Wachstums
Das Volumen der ersten Projektphase beläuft sich auf rund 15 Millionen Euro, während sich der gesamte Investitionszyklus für den Flughafen Zadar auf etwa 35 Millionen Euro beläuft. Die Finanzierung umfasst Darlehen des Flughafens selbst, staatliche Fördermittel sowie Mittel aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan.
Zadar ist derzeit mit mehr als 60 europäischen Zielen verbunden, wobei die Flüge von über 15 Fluggesellschaften durchgeführt werden. Das neue Terminal wird eine effizientere Abfertigung dieses Flugverkehrs ermöglichen, doch die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen werden davon abhängen, ob der Flughafen die erhöhte Kapazität für eine längere Saison und ein stabileres Winterflugnetz nutzen kann.
Die Start- und Landebahn als nächste große Investition
Nach dem Terminal steht nun der Umbau und die Verlängerung der Start- und Landebahn von 2.500 auf 3.200 Meter im Mittelpunkt. Das Projekt, dessen Kosten auf rund 95 Millionen Euro geschätzt werden, soll eine Erhöhung der Kapazität der Start- und Landebahn sowie die Verbesserung der Rollwege umfassen.
Eine längere Start- und Landebahn würde die Abfertigung größerer Flugzeuge ermöglichen und den Zugang zu weiter entfernten Märkten eröffnen. Für Reisebüros, Hoteliers und Reiseveranstalter könnte dies einen breiteren Kundenstamm und eine geringere Abhängigkeit von kurzen, stark saisonabhängigen europäischen Strecken bedeuten.
Entwicklung hin zum Luftfahrtzentrum
Zu den Entwicklungsplänen gehören auch die Anbindung des Terminals an die Eisenbahnstrecke nach Zadar sowie der Einstieg in den MRO-Sektor durch den Bau eines Hangars für die grundlegende Flugzeugwartung. Ein solcher Ansatz könnte dem Flughafen Einnahmen bescheren, die nicht direkt an die Passagierzahlen gebunden sind.
Die Eröffnung des Terminals ist daher ein wichtiger Schritt, aber noch nicht der Abschluss der Entwicklung. Sein volles Potenzial wird sich erst durch neue Flugverbindungen, eine verbesserte ganzjährige Erreichbarkeit und weitere Investitionen entfalten, die den Flughafen stärker mit dem Tourismus- und Wirtschaftssystem der Region verknüpfen.