
Kroatien geht gegen illegale Ferienvermietungen vor
Kroatien bereitet umfangreiche Gesetzesänderungen zur Bekämpfung illegaler Kurzzeitvermietungen. Der Minister für Tourismus und Sport, Tonči Glavina, hat angekündigt, dass das neue Beherbergungsgesetz bis Mai in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht wird. Im Mittelpunkt stehen nicht registrierte Beherbergungsanbieter und der sogenannte Graumarkt.
Den Ankündigungen zufolge entwickelt sich die digitale Aufsicht zu einem wichtigen Kontrollinstrument. Online-Plattformen dürfen künftig keine Immobilien mehr bewerben, für die keine offizielle Registrierung und keine Genehmigung zur Erbringung von Dienstleistungen vorliegt. Ziel ist es, illegale Werbung zu unterbinden und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.
Jeder Unterkunftseinheit wird eine eindeutige Identifikationsnummer zugewiesen. Das System ist mit der Steuerbehörde vernetzt. Die Vermietungsdaten werden täglich aktualisiert. Dies ermöglicht die Überwachung der Aktivitäten nahezu in Echtzeit, ohne dass ständige Vor-Ort-Kontrollen erforderlich sind.
Das Ministerium betont, dass es dabei um die Angleichung an die Vorschriften der Europäischen Union für große digitale Plattformen geht. Das neue Modell soll eine wirksamere Aufsicht, mehr Transparenz und eine schnellere Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten ermöglichen.
Außerdem ist geplant, die Befugnisse der Aufsichtsbehörden zu stärken. Den Ordnungsbeamten der Kommunen, dem Zoll und der staatlichen Aufsichtsbehörde sollen umfassendere Handlungsbefugnisse eingeräumt werden. Ziel ist es, Verfahren gegen illegale Vermieter zu beschleunigen.
Das Thema illegale Vermietungen wird im Mittelpunkt der Diskussionen auf dem 5. Kongress für Familienunterkünfte stehen. Dort werden Berufsverbände und Vermieter die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die praktischen Auswirkungen der Gesetzesänderungen analysieren.
Illegale Vermietungen sind in den letzten Jahren zu einem heiklen Thema geworden. Als Gründe werden unlauterer Wettbewerb, Steuerausfälle und Belastungen für die Gemeinden angeführt. Die Regierung kündigt nun einen systematischeren, technologiegestützten Ansatz zur Bewältigung des Problems an.