
Booking und Expedia halten einen Marktanteil von 85% am europäischen OTA-Markt, während Direktbuchungen nach wie vor an erster Stelle stehen.
Neu Die Studie von HOTREC Dies zeigt, wie stark sich der Hotelvertrieb in Europa auf OTA-Kanäle konzentriert. Auf Booking Holdings und die Expedia Group entfallen zusammen 85,41 % der OTA-Buchungen, obwohl mehr als die Hälfte der Gesamtzahl Hotelreservierungen und wird nach wie vor direkt an Hotels geliefert.
Mehr als die Hälfte aller Hotelbuchungen in Europa im Jahr 2025 erfolgte direkt, doch wenn sich ein Gast für einen OTA-Kanal entscheidet, konzentriert sich die Wahl in der Praxis stark auf zwei globale Konzerne. Dies ist eines der wichtigsten Ergebnisse der „European Hotel Distribution Study 2026“, die von HOTREC und HES-SO Valais-Wallis anhand einer Stichprobe von 2.713 Hotels aus 28 Ländern durchgeführt wurde.
Booking Holdings liegt weit vor der Konkurrenz
Booking Holdings hält einen Anteil von 68,81 % an den europäischen OTA-Buchungen, wobei allein auf Booking.com 66,11 % entfallen. Die Expedia Group folgt mit 16,61 %. Zusammen kontrollieren sie 85,41 % des OTA-Volumens.
Unterdessen hat Expedia seine Position in den letzten Jahren ausgebaut: Sein Marktanteil ist von 12,51 % im Jahr 2021 auf 16,61 % im Jahr 2025 gestiegen. Das Unternehmen ist insbesondere bei größeren Hotels, Hotelketten sowie städtischen und geschäftsorientierten Unterkünften stark vertreten. Booking.com ist nach wie vor stärker bei kleineren, unabhängigen Hotels und im Freizeitsegment vertreten. Bei den zehn Hotelketten, für die zusätzliche Daten vorliegen, entfallen zusammen fast 94 % der OTA-Buchungen auf Booking Holdings und Expedia.
Der Direktvertrieb ist nach wie vor der größte Vertriebskanal.
Trotz der Stärke der Plattformen wurden im Jahr 2025 51,31 % der Buchungen direkt über Hotelwebsites, per E-Mail, Telefon oder andere direkte Kanäle getätigt. Auf OTA-Buchungen entfielen 29,91 %, während alle Online-Vermittler zusammen, einschließlich GDS und sozialer Medien, einen Anteil von 32,31 % erreichten.
Der langfristige Trend spricht jedoch für die Online-Vermittlung. Der Anteil der OTA-Kanäle stieg von 19,71 % im Jahr 2013 auf fast 30 % im Jahr 2025, während der Anteil der Direktbuchungen im gleichen Zeitraum von 57,61 % auf 51,31 % sank.
Hotels melden Probleme mit Preisregulierungen
Für Hoteliers ist das Problem nicht nur die Provision. Ganze 51% der befragten Hotels geben an, dass OTA-Plattformen oft oder gelegentlich einen Preis anbieten, der unter dem liegt, den das Hotel selbst bewirbt. In einer früheren Umfrage für das Jahr 2023 lag dieser Anteil bei 43%. Von den Hotels, die eine Folgefrage beantwortet haben, geben 80 % an, dass eine solche Preissenkung nicht vereinbart worden sei.
Darüber hinaus geben 44%-Hotels an, dass sie Multi-Sourcing betreiben, d. h. die Weitergabe von Preisen und Verfügbarkeiten über andere Plattformen oder Vermittler. Dies kann unter anderem zu unterschiedlichen Preisen für dasselbe Produkt, Abrechnungsproblemen und einer schlechteren Bestandsverwaltung führen.
Der Direktvertrieb hat also nach wie vor einen ausreichend großen Anteil, um Investitionen in eine eigene Buchungsplattform, ein CRM-System und eine Metasuchmaschine zu rechtfertigen, doch OTA-Plattformen bleiben für die internationale Reichweite unverzichtbar. Die größere Herausforderung besteht daher weniger darin, den OTA-Vertrieb vollständig abzuschaffen, sondern vielmehr darin, die Kontrolle über Preisgestaltung, Gästedaten und Vertrieb zu behalten.