
Venedig, Barcelona und Santorini verschärfen ihre Maßnahmen gegen den Massentourismus.
Immer mehr Reiseziele in Europa Es werden höhere Tourismusgebühren sowie Beschränkungen für Tagesausflügler und Kreuzfahrtschiffe eingeführt. Ziel ist es, die Belastung der lokalen Infrastruktur während der Hochsaison zu verringern und die Touristenströme in Richtung eines nachhaltigeren Modells zu lenken.
Der Anstieg der Besucherzahlen in den letzten Jahren hat mehrere der beliebtesten Reiseziele im Mittelmeerraum dazu veranlasst, neue Maßnahmen einzuführen. Nachdem Venedig als erste Stadt eine Eintrittsgebühr für Tagesausflügler eingeführt hatte, bereitet Barcelona nun eine Rekordsteigerung der Steuern für Kreuzfahrtpassagiere vor. Zudem hat Griechenland bereits damit begonnen, auf Santorin und Mykonos eine neue Ausschiffungsgebühr zu erheben.
Venedig erwägt einen Ticketpreis von bis zu 50 Euro.
Der neue Bürgermeister von Venedig, Simone Venturini, hat vorgeschlagen, die Gebühr für Tagesausflügler zu erhöhen, die an den verkehrsreichsten Tagen zwischen 30 und 50 Euro betragen könnte.
Die Stadt gehörte zu den ersten in Europa, die ein System eingeführt haben, bei dem Tagesbesucher eine Gebühr entrichten müssen. In diesem Jahr gilt die Gebühr für 60 Tage. Besucher zahlen die Gebühr online und erhalten einen QR-Code, der an den Einfahrtsstellen der Stadt überprüft wird.
Obwohl das Modell die Umsatzerwartungen übertroffen hat, sind die Besucherzahlen nicht nennenswert zurückgegangen, weshalb die Stadtverwaltung eine weitere Verschärfung der Maßnahmen in Erwägung zieht.
Barcelona will die Steuer auf Kreuzfahrtschiffe fast verdreifachen.
Barcelona plant, die Kurtaxe für Kreuzfahrtpassagiere zu erhöhen, die sich weniger als 12 Stunden in der Stadt aufhalten.
Sollte der Vorschlag vom katalanischen Parlament gebilligt werden, würde die Gesamtgebühr von 11 € auf 30 € pro Person steigen. Die Erhöhung gilt nur für Kreuzfahrtpassagiere auf der Durchreise, während Passagiere, die in Barcelona an Bord gehen oder von Bord gehen, weiterhin davon befreit bleiben.
Gleichzeitig treibt die Stadt die Umstrukturierung des Hafens weiter voran, wozu auch die Verringerung der Anzahl der Kreuzfahrtterminals gehört, um die tägliche Passagierzahl zu begrenzen.
Santorini und Mykonos führen eine saisonale Gebühr für Kreuzfahrtschiffe ein
Auch Griechenland hat seine Vorschriften für den Kreuzfahrttourismus verschärft. In der Hochsaison von Juni bis September zahlen Passagiere, die auf Santorin und Mykonos von Bord gehen, 20 Euro pro Person. Für andere griechische Häfen beträgt die Gebühr fünf Euro. In den Frühlings- und Herbstmonaten wird die Gebühr gesenkt. Im Winter beträgt sie für die beiden meistbesuchten Inseln nur vier Euro.
Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Strategie der griechischen Behörden, die darauf abzielt, die am stärksten überlasteten Inseln zu entlasten und Reisen außerhalb der Hochsaison zu fördern. Auf Santorin gilt zudem eine tägliche Obergrenze von 8.000 Kreuzfahrtpassagieren. Damit soll die Überlastung im Hafen und in der Altstadt verringert werden.
Europäische Reiseziele greifen zunehmend auf finanzielle Maßnahmen zurück, um den Besucherstrom zu steuern.
Beispiele aus Venedig, Barcelona und von den griechischen Inseln zeigen, dass europäische Reiseziele Tourismusabgaben zunehmend nicht mehr nur als Einnahmequelle nutzen. Zunehmend dienen diese Gebühren als Instrument zur Steuerung der Besucherzahlen. Höhere Preise in der Hochsaison, Beschränkungen für Kreuzfahrtschiffe und Kontrollen bei Tagesausflüglern werden Teil einer umfassenderen Strategie. Mit dieser Strategie wollen die Reiseziele die Auswirkungen des Overtourismus abmildern und gleichzeitig die Lebensqualität der Anwohner erhalten.