Ryanair fordert eine bessere Regulierung der Flugsicherung in Europa
Ryanair Er hat eine offizielle Beschwerde bei der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, eingereicht. In dieser Beschwerde fordert er eine dringende Reform des Luftraummanagements, nachdem Analysen einen dramatischen Anstieg der Überlastung aufgezeigt haben. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die französische Flugsicherung gelegt.
Das Frankreich-Problem und Verluste in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro
Eine Untersuchung des französischen Senats hat bestätigt, dass die durch die Flugsicherung des Landes verursachten Verspätungen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie um bis zu 60 Prozent gestiegen sind. Dieser Teufelskreis der Ineffizienz führt nicht nur zu logistischem Chaos, sondern verursacht auch enorme finanzielle Verluste für die Fluggesellschaften. Schätzungen von Experten zufolge werden diese betrieblichen Probleme die Fluggesellschaften in Europa bis 2025 rund 800 Millionen Euro kosten. Der Chef von Ryanair, Michael O’Leary, protestiert lautstark. Tatsächlich fehlen trotz klarer Vorgaben aus dem Mario-Draghi-Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit aus dem vergangenen Jahr nach wie vor konkrete Maßnahmen und Reformen im Luftverkehrssektor.
Zwei wesentliche Voraussetzungen für den Erhalt des Flugnetzes
Die irische Fluggesellschaft fordert Brüssel auf, zwei wichtige Vorschriften einzuführen. Die erste betrifft die gesetzliche Gewährleistung einer Mindestpersonalstärke in den Kontrollzentren während der morgendlichen Spitzenzeit. Diese sollen mit strengen finanziellen Sanktionen bei Nichteinhaltung einhergehen. Die zweite, noch wichtigere Forderung ist der rechtliche Schutz bei Überflügen von Ländern, in denen Streiks stattfinden. Dadurch würden Transitflüge, die lediglich den Luftraum eines Landes durchqueren – beispielsweise den französischen –, von lokalen Arbeitskonflikten ausgenommen. Auf diese Weise könnten die Flüge ohne Unterbrechung weitergeführt werden.
Zwischen Personalmangel und strengen Vorschriften
Andererseits weisen Eurocontrol und die Gewerkschaften auf die Komplexität der Lage hin. Der europäische Luftraum ist überlastet. Die Sperrung des Luftraums im Osten des Kontinents hat zu Umleitungen von Flügen geführt, und die Wetterbedingungen werden zunehmend unvorhersehbar. Die Gewerkschaften weisen darauf hin, dass der derzeitige Mangel an Fluglotsen tatsächlich das Ergebnis jahrelanger Kosteneinsparungen ist, die von den Fluggesellschaften selbst vorangetrieben wurden. Gleichzeitig ist eine beschleunigte Ausbildung von neuem Personal schlichtweg nicht machbar, da dieser Prozess Jahre dauert. Der Konflikt um die Kontrolle des nationalen Luftraums und die Souveränität der Mitgliedstaaten wirft somit erneut die Frage auf, ob die Europäische Kommission die Zentralisierung des Flugverkehrsmanagements überhaupt umsetzen kann.