
Die Flugpreise in der EU stiegen im Juni um 3,1 Prozent, wobei es Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten gab
Preise in Europa Luftverkehr Nach starken Schwankungen im Frühjahr verzeichnen sie nun wieder ein Wachstum. Internationale Strecken sind nach wie vor die Hauptursache für die Veränderungen, während sich die Trends in den einzelnen Mitgliedstaaten erheblich unterscheiden.
Die Luftfrachtpreise in der Europäischen Union lagen im Juni um 3,1 Prozent höher als im gleichen Monat des Jahres 2025, wie neue Daten von Eurostat zeigen. Der Anstieg fällt deutlich moderater aus als im Mai, als die Preise um 8,1 Prozent stiegen, bestätigt jedoch, dass der Markt nach dem Rückgang um 4,7 Prozent im April wieder in den positiven Bereich zurückgekehrt ist.
Diese Entwicklung zeigt, wie stark die Flugpreise derzeit von saisonalen Schwankungen, der Nachfrage und geopolitischen Störungen beeinflusst werden. Der größte jährliche Anstieg im Berichtszeitraum wurde bereits im April 2025 verzeichnet, als die Flugverkehrsdienste um 13,7 Prozent zunahmen.
Internationale Flüge tragen stärker zum Durchschnittswert bei.
Die Hauptursache für die Schwankungen sind nach wie vor die internationalen Flugstrecken. Die Preise für diese stiegen im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,5 Prozent, während der Inlandsflugverkehr um 2 Prozent teurer wurde.
Für Reisebüros und TMCs bedeutet dies, dass der durchschnittliche europäische Indikator keinen ausreichenden Aufschluss über die tatsächlichen Kosten einer einzelnen Reise gibt. Der Endpreis hängt zunehmend von der Reiseroute, dem Zeitpunkt der Buchung, der Kapazität des Beförderungsunternehmens und der Öffnung des jeweiligen Marktes für den internationalen Verkehr ab.

Zusätzlicher Druck geht von den Treibstoffkosten aus. Anfang Juni schätzte die IATA, dass der Durchschnittspreis für Flugtreibstoff im Jahr 2026 um 70 Prozent höher liegen könnte als im Vorjahr, was die gesamten Treibstoffkosten der Fluggesellschaften um rund 100 Milliarden Dollar erhöhen würde. Gleichzeitig wird erwartet, dass sich der Nettogewinn der Branche im Vergleich zu 2025 halbieren wird.
In Belgien ist das Leben deutlich teurer geworden, in der Slowakei hingegen ist es billiger geworden.
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sind noch ausgeprägter als der allgemeine europäische Trend. In Belgien stiegen die Preise im Juni um 28,7 Prozent, nachdem sie im April bereits um über 40 Prozent zugelegt hatten. Österreich verzeichnete einen Anstieg von 22,3 Prozent, Griechenland von 15,1 Prozent.
Demgegenüber sanken die Preise in der Slowakei um 45,1 Prozent. Auch in Ungarn war ein Rückgang um 13,6 Prozent zu verzeichnen, ebenso wie in Polen mit 13,1 Prozent.

Die Reiseplanung wird immer anspruchsvoller.
Für die Reisebranche lautet die wichtigste Botschaft nicht nur, dass die Flugpreise steigen, sondern dass sie immer schwerer vorhersehbar werden. Reisebüros müssen daher die einzelnen Märkte genauer beobachten und Kapazitäten früher sichern, insbesondere bei internationalen Reisen und Geschäftsreisen. Ein einheitlicher Trend für die gesamte EU erweist sich als Grundlage für die Budgetplanung zunehmend als wenig hilfreich.
Quelle: Eurostat