
Die Entscheidung, für welche Kreuzfahrtmarke man sich entscheidet, fällt bereits, bevor der Reisende überhaupt damit beginnt, Angebote zu vergleichen.
Neu Die Studie von Verve Das wirft für Kreuzfahrtunternehmen eine heikle Frage auf: Was ist, wenn der Großteil des Wettbewerbs bereits entschieden ist, bevor der Kunde überhaupt dazu kommt, Preise, Reiserouten und Schiffe zu vergleichen? Die Entscheidung, für welche Kreuzfahrtmarke man sich entscheidet, fällt bereits, bevor der Reisende überhaupt damit begonnen hat, Angebote zu vergleichen.
Daten aus dem US-Markt zeigen, dass bis zu 91% Nutzer bei der Suche KI einsetzen. Kreuzfahrtangebote Sie ziehen nur eine Marke in Betracht. Nur 8,91 % von ihnen beschäftigen sich eingehender mit dem Vergleich von zwei oder mehr Unternehmen.
Die erste KI-Antwort könnte zu einem neuen “Regal” im Vertrieb werden.
Für die Kreuzfahrtbranche bedeutet dies eine neue Sichtweise darauf, wie die Sichtbarkeit in digitalen Kanälen zu betrachten ist. Wenn ein KI-Tool einem Reisenden bereits in einem frühen Stadium eine bestimmte Marke oder ein bestimmtes Schiff empfiehlt, hat die Konkurrenz möglicherweise gar keine Chance mehr, in die Überlegungen des Reisenden einzubeziehen zu werden.
Dies zeigt sich besonders deutlich bei Suchanfragen zu bestimmten Schiffen. Laut Verve beziehen sich fast 90% der markenbezogenen Kreuzfahrt-Suchanfragen konkret auf den Namen des Schiffes, was zeigt, wie Schiffseinführungen, Flottenerneuerungen und die starke Positionierung einzelner Produkte die Nachfrage beeinflussen können. Tatsächlich deutet dies darauf hin, dass das Schiff selbst ebenso sehr als Marke etabliert werden muss wie das Unternehmen.
Royal Caribbean hat den größten Marktanteil, doch der Wettbewerb nimmt zu.
Auf dem US-Markt entfallen 37,11 Prozent der Suchanfragen nach Kreuzfahrten nach bestimmten Marken auf Royal Caribbean. Dahinter folgt Norwegian Cruise Line mit 15,61 Prozent, während MSC, Princess und Celebrity jeweils einen Anteil von rund zehn Prozent halten.
Markenbekanntheit allein reicht jedoch nicht aus, um eine Buchung zu sichern. Laut Verve ist für 60%-Nutzer der Preis das wichtigste Kriterium, d. h. das Preis-Leistungs-Verhältnis des Angebots. Für 26% sind Reiseziel und Reiseroute entscheidend, während 14%-Befragte das Erlebnis an Bord als wichtigsten Faktor nennen.
Dies deutet auf eine interessante Aufteilung im Kaufprozess hin: KI kann zwar die anfängliche Auswahl beeinflussen, doch die Entscheidung zur Buchung hängt nach wie vor vom Preis, den Pauschalangeboten und dem konkreten Angebot ab.
Der Vertrieb von Kreuzfahrten tritt in eine neue Phase ein
Für Reisebüros, Online-Reisevermittler (OTAs) und Kreuzfahrtvermittler bedeutet dies, dass sich der Kampf um Sichtbarkeit nicht mehr nur auf Google, Metasuchmaschinen und bezahlte Kampagnen beschränkt. Es wird immer wichtiger, wie Marken, Schiffe und Reiserouten in den Inhalten dargestellt werden, auf die KI-Systeme bei der Formulierung ihrer Antworten zurückgreifen.
Für Unternehmen, die auf dem europäischen und dem adriatischen Markt tätig sind, ist Vorsicht geboten, da sich die Untersuchungen von Verve auf die USA beziehen. Dennoch lässt sich dieser Trend kaum ignorieren und dürfte gewisse Parallelen aufweisen. Wenn die Vorauswahl der Nutzer immer früher getroffen wird, verlagert sich der Marketingwettbewerb bereits ganz an den Anfang der Inspirationsphase.