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airBaltic beantragt Gläubigerschutz nach Chapter 11

airBaltic beantragt Gläubigerschutz nach Chapter 11

Die lettische Fluggesellschaft airBaltic hat ein finanzielles Sanierungsverfahren nach US-Kapitel 11 eingeleitet. Das Unternehmen plant, seinen regulären Betrieb fortzusetzen, während neue Finanzmittel in Höhe von 350 Millionen Euro die Liquidität während des Verfahrens sichern sollen.

airBaltic Am 14. September reichte das Unternehmen einen Antrag beim US-Insolvenzgericht für den südlichen Bezirk von New York ein. Der Fall wurde unter der Nummer 26-12188 eingetragen; die verbundenen Unternehmen Air Baltic Training und Baltijas Kravu Centrs sind ebenfalls darin einbezogen. Das US-Justizministerium hat bestätigt, dass freiwillige Anträge auf Schutz nach Kapitel 11 gestellt wurden.

Die neue Finanzierung dürfte Zeit für die Umstrukturierung verschaffen.

Das Unternehmen hat eine „Debtor-in-Possession“-Finanzierung in Höhe von 350 Millionen Euro vereinbart, die noch der gerichtlichen Genehmigung bedarf. An der Finanzierung beteiligen sich Strategic Value Partners, Barclays, Hayfin Capital Management, Morgan Stanley und Oaktree Capital Management. Die Finanzierungskosten belaufen sich auf rund 12 Prozent.

Kapitel 11 ermöglicht es airBaltic, den Betrieb fortzusetzen, während das Unternehmen mit seinen Gläubigern verhandelt und seine Schulden umstrukturiert. Flüge, Ticketverkauf und Kundenservice laufen vorerst wie gewohnt weiter, und das Unternehmen strebt an, die Umstrukturierung etwa im Juni 2027 abzuschließen.

Die finanziellen Probleme entstanden nicht von heute auf morgen. Im Jahr 2025 erzielte airBaltic einen Umsatz von 779,3 Millionen Euro bei einem Nettoverlust von 44,3 Millionen Euro. Das Unternehmen war weiterhin den steigenden Treibstoffpreisen ausgesetzt, da es seinen künftigen Bedarf an Flugbenzin nicht ausreichend abgesichert hatte. Vor der Einleitung des Insolvenzverfahrens nach Chapter 11 hatte es versucht, neue Kredite in Höhe von bis zu 257 Millionen Euro aufzunehmen, allerdings zu sehr hohen Finanzierungskosten.

Eine kleinere Flotte verändert auch das Geschäftsmodell von airBaltic

Die Umstrukturierung wird sich auch im operativen Geschäft bemerkbar machen. airBaltic betreibt derzeit 54 Airbus A220-300, hat jedoch bereits Pläne angekündigt, seine Flotte bis Ende 2026 auf 36 Flugzeuge zu verkleinern. Damit gibt das Unternehmen sein früheres Ziel, die Flotte auf 100 Flugzeuge auszubauen, faktisch auf.

Besonders interessant ist die Ankündigung einer Reduzierung des Wet-Lease-Betriebs. In den letzten Jahren hat sich airBaltic zu einem wichtigen Anbieter von Flugzeugen und Besatzungen für andere europäische Fluggesellschaften entwickelt. Daher ist die Umstrukturierung nicht nur eine lettische Angelegenheit: Eine Verringerung der ACMI-Kapazitäten könnte Fluggesellschaften betreffen, die dieses Modell bisher genutzt haben, um saisonalen Bedarf, Personalmangel oder Flugausfälle auszugleichen.

Für Lettland steht noch mehr auf dem Spiel. Der Staat hält 88,37 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, während Lufthansa 10 Prozent hält. Im Jahr 2025 beförderte airBaltic 5,2 Millionen Passagiere und ist nach wie vor der Eckpfeiler der Anbindung zwischen Riga und dem gesamten baltischen Raum sowie den europäischen Märkten.

Quelle: Reuters

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Stipan Spaija – Gründer und Herausgeber von Tragento.com

Stipan Spaija ist Gründer und Herausgeber von Tragenta, dem größten Tourismusportal der Region. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Tourismusbranche, wobei sein Schwerpunkt auf der Luftfahrtindustrie, Reisetechnologie und dem Vertrieb liegt.