Kroatisch Englisch Deutsch

Touristen werden aufgefordert, keine Münzen mehr in Japans heilige Quellen zu werfen: das wachsende Problem des Overtourismus

Touristen werden aufgefordert, keine Münzen mehr in Japans heilige Quellen zu werfen: das wachsende Problem des Overtourismus

Der Brauch, “Glück zu bringen”, gefährdet das Natur- und Kulturerbe, während die Reiseziele nach Wegen suchen, das Verhalten der Besucher zu steuern.

Am beliebten Ort Oshino Hakkai am Fuße des Fuji, Die lokalen Behörden warnen Touristen zunehmend davor, Münzen in die kristallklaren Quellen zu werfen. Es handelt sich um acht natürliche Becken, die von der Schneeschmelze des Fuji gespeist werden und eine tiefe kulturelle und religiöse Bedeutung haben.

Obwohl sie einst den Anhängern des Fuji-ko-Glaubens als Ort der rituellen Reinigung dienten, stehen sie heute zunehmend unter dem Druck des Massentourismus – und von Gewohnheiten, die nichts mit der lokalen Tradition zu tun haben.

Wenn globale Gewohnheiten mit dem lokalen Kulturerbe in Konflikt geraten

Das Werfen von Münzen, das viele Touristen mit “Glück” in Verbindung bringen, ist kein Bestandteil von Japanische Traditionen an diesem Ort. Trotzdem ist der Boden des Beckens mittlerweile mit Münzen übersät – Schätzungen zufolge wurden bereits rund 50.000 davon entfernt.

Das Problem ist nicht nur ästhetischer Natur. Langfristig kann die Korrosion des Metalls die Wasserqualität beeinträchtigen, auch wenn bisherige Analysen keine nennenswerte Verunreinigung ergeben haben. Die örtlichen Behörden haben mehrsprachige Schilder und spezielle Spendenboxen aufgestellt, um das Verhalten der Besucher zu lenken, doch die Wirkung war begrenzt. Wie Vertreter der Gemeinde anmerken, handelt es sich um einen “endlosen Kreislauf” – sobald Münzen entfernt werden, tauchen neue wieder auf.

Der UNESCO-Effekt und der Druck auf die Reiseziele

Die Lage verschlechterte sich weiter, nachdem die Region im Jahr 2013 UNESCO-Welterbestatus. Wie erwartet führte diese Maßnahme zu einer höheren Bekanntheit des Reiseziels und zu einem Anstieg der Besucherzahlen. Oshino Hakkai ist kein Einzelfall. Ähnliche Herausforderungen zeichnen sich auch an anderen UNESCO-geschützten Stätten ab, wo der plötzliche Anstieg des Tourismus die Infrastruktur, die lokale Bevölkerung und die Umwelt unter Druck setzt.

In Japan wird das Problem des Overtourismus bereits durch verschiedene Maßnahmen angegangen, darunter die Einführung von Gebühren für den Zugang zum Fuji. Die Steuerung des Besucherverhaltens erweist sich jedoch als eine komplexere Herausforderung als die bloße Regulierung der Besucherzahlen.

Ein globales Phänomen mit lokalen Auswirkungen

Das Werfen von Münzen an Sehenswürdigkeiten ist ein weltweit verbreiteter Brauch. Beispiele wie der Trevi-Brunnen in Rom zeigen, wie solche Rituale institutionalisiert und sogar für humanitäre Zwecke genutzt werden können. Die Übertragung dieser Gewohnheiten auf Orte, an denen diese Tradition fehlt, führt jedoch häufig zu Problemen. In Nordirland beispielsweise haben die Behörden bereits vor den Schäden gewarnt, die durch das Werfen von Münzen auf die Felsen am Giant’s Causeway verursacht werden. In Japan, wo diese Praxis keine kulturelle Grundlage hat, ist das Problem noch ausgeprägter, da es von außen kommt – als Nebenprodukt des globalisierten Tourismus.

Eine Lehre für die Branche: Verhaltensmanagement gewinnt zunehmend an Bedeutung

Dieser Fall zeigt deutlich, dass Destinationsmanagement Es geht nicht mehr nur um die Besucherzahlen, sondern auch um das Verhalten der Besucher. Aufklärung, Beschilderung und alternative Modelle (wie beispielsweise Spendenboxen) werden zu unverzichtbaren Instrumenten.

Andernfalls können selbst scheinbar harmlose Gewohnheiten langfristige Folgen haben – sowohl für die Umwelt als auch für das Image des Reiseziels selbst.

stipan.spaija
Stipan Spaija

stipan.spaija

Stipan Spaija – Gründer und Herausgeber von Tragento.com

Stipan Spaija ist Gründer und Herausgeber von Tragent, einem B2B-Portal für Fachleute aus der Tourismusbranche. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Tourismus, mit den Schwerpunkten Luftfahrtbranche, Reisetechnologie und Vertrieb.

Kommentar posten