Neue Vorschriften für Kreuzfahrtschiffe: Cannes, Mexiko und Griechenland führen Steuern für Passagiere ein
Immer mehr beliebte Reiseziele entscheiden sich dafür, zusätzliche Steuern und Beschränkungen für Kreuzfahrtschiffe einzuführen – allesamt mit dem Ziel, die lokale Infrastruktur zu entlasten und zusätzliche Einnahmen zu sichern. Cannes hat sich somit in die Reihe der Städte eingereiht, die das Anlegen großer Schiffe einschränken, während Mexiko und Griechenland spezifische Steuern auf jeden Passagier erheben.
Mexiko: Neue Gebühr von 5 bis 21 US-Dollar pro Passagier
Ab diesem Jahr führt Mexiko eine neue Tourismussteuer für Kreuzfahrtschiffe ein – sie beginnt bei 5 US-Dollar pro Person und steigt bis 2027 auf 21 US-Dollar an. Alle Passagiere zahlen die Gebühr jedes Mal, wenn das Schiff in einem mexikanischen Hafen anlegt, und sie wird – ähnlich wie die Passagiergebühr bei Flügen – im Reisepreis enthalten sein.
Während die mexikanische Regierung diesen Schritt als notwendig rechtfertigt, um den Haushalt zu stärken und Sozialprogramme aufrechtzuerhalten, warnen Kreuzfahrtunternehmen und lokale Unternehmer, dass die Steuer zu einem Rückgang der Touristenzahlen führen könnte. Allein der Hafen von Cozumel erhebt bereits durchschnittlich 28,85 US-Dollar pro Passagier für das Anlegen von Schiffen, sodass die neue Abgabe eine zusätzliche Belastung darstellt.
Große Unternehmen wie Royal Caribbean weisen darauf hin, dass eine solche Richtlinie die Ausgaben der Gäste in lokalen Restaurants, Geschäften und bei Ausflügen verringern könnte und damit die Existenzgrundlage der Kleinunternehmer in den Häfen unmittelbar gefährden würde.
Griechenland: 20 € pro Passagier für die beliebtesten Inseln
Seit dem 1. Juni erhebt Griechenland auf Inseln wie Santorin und Mykonos eine Gebühr von 20 Euro pro Kreuzfahrtpassagier. Auf weniger besuchten Inseln gilt ein ermäßigter Satz von 5 Euro. Damit soll die Belastung der Infrastruktur auf den Inseln insbesondere während der Hochsaison verringert werden.
So gilt für Santorin beispielsweise eine tägliche Obergrenze von 8.000 Kreuzfahrtpassagieren, doch bereits am ersten Tag, an dem die Steuer eingeführt wurde, kamen 8.400 an. Die Zahlen zeigen, dass im Jahr 2024 Im Jahr 2024 verzeichnete Santorini über 1,3 Millionen Kreuzfahrtgäste – ein Anstieg von 41 % im Vergleich zum Vorjahr.
Wohin geht es als Nächstes?
Solche Steuern und Beschränkungen werden weltweit immer häufiger eingeführt, da die Reiseziele nach Wegen suchen, die Nachhaltigkeit des Tourismus zu gewährleisten und gleichzeitig die lokalen Gemeinschaften zu schützen. Während Regierungen die neuen Abgaben als Notwendigkeit verteidigen, warnen die Kreuzfahrtbranche und kleine Unternehmen vor möglichen negativen Folgen für die lokale Wirtschaft. Eines ist klar: Die Diskussionen über den Spagat zwischen Einnahmen und Nachhaltigkeit stehen erst am Anfang.
📌 Quellen: Florida-Caribbean Cruise Association (FCCA), griechisches Finanzministerium, lokale Medien, Cruise Industry News, Juni–Juli 2025.