
Direktflug Belgrad–Bangkok erneut im Fokus der Tourismusbranche
Die thailändische Tourismusbehörde ist bereit, eine mögliche Direktverbindung von Air Serbia zwischen Belgrad und Bangkok zu unterstützen. Die Nachfrage steigt, doch die endgültige Entscheidung hängt von der Rentabilität der Strecke und der Verfügbarkeit von Flugzeugen ab.
In Gesprächen innerhalb der Tourismus- und Luftfahrtbranche wird zunehmend über die Möglichkeit diskutiert, eine direkte Flugverbindung zwischen Serbien und Thailand wiederherzustellen. Die thailändische Tourismusbehörde (TAT) hat ihr Interesse an einer Zusammenarbeit mit Air Serbia falls die Fluggesellschaft beschließt, die Strecke Belgrad–Bangkok aufzunehmen.
Nach Angaben der TAT, Thailand Im Jahr 2025 kamen rund 13.500 Passagiere aus Serbien, was einem Anstieg von etwa 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bangkok hat sich, gemessen am indirekten Passagieraufkommen, zum größten nicht abgedeckten asiatischen Zielort ab Belgrad entwickelt.
Das Potenzial beschränkt sich nicht allein auf Serbien.
Eine Direktverbindung wäre nicht ausschließlich auf den lokalen Markt angewiesen. Belgrad könnte als Abfahrtsort für Passagiere aus Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien und anderen Märkten in Südosteuropa dienen.
Reisende aus der Region fliegen mittlerweile meist über Istanbul oder Drehkreuze im Nahen Osten. Air Serbia bietet bereits Anschlussflüge nach Bangkok und Phuket an, jedoch ohne eigene Direktverbindung.
Für Reisebüros und Reiseveranstalter würde die neue Flugverbindung neue Möglichkeiten für Winterprogramme, Kombinationsreisen von Thailand mit anderen asiatischen Reisezielen sowie im Voraus gebuchte Sitzplatzkontingente eröffnen. Eine Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern könnte das Risiko in der Anfangsphase verringern.
Eine vollbesetzte Kabine ist noch keine Garantie für einen rentablen Flug.
Air Serbia ist bisher mit Vorsicht an die Strecke nach Bangkok herangegangen. Das Unternehmen hatte zuvor gewarnt, dass die große Zahl von Fluggesellschaften aus der Türkei und den Golfstaaten den durchschnittlichen Erlös pro Passagier drücken könnte. Mit anderen Worten: Hohe Auslastungsraten allein garantieren noch keine nachhaltige Strecke.
Zu den weiteren Herausforderungen zählen die Treibstoffpreise, saisonale Schwankungen und der Flugplan der Großraumflugzeuge. Daher erscheint eine saisonale Winterverbindung als realistischerer erster Schritt, wenn die Nachfrage nach Thailand der stärkste.
Bangkok würde die Position Belgrads stärken
Nach der Einführung von Flügen in chinesische Städte würde Bangkok Air Serbia einen neuen wichtigen asiatischen Markt erschließen. Gleichzeitig würde Belgrad seine Rolle als regionaler Knotenpunkt für Langstrecken-Urlaubsreisen stärken.
Die Unterstützung durch die thailändische Tourismusbranche ist ein wichtiges Signal, doch die Route steht noch nicht fest. Ihr Erfolg wird vom Preis, vom Vertrieb und von der Einbindung von Tourismuspartnern aus dem gesamten Balkan abhängen.