
Amex GBT: Die Branche für Geschäftstreffen und Veranstaltungen blickt mit beispiellosem Optimismus auf das Jahr 2026
Die Branche für Geschäftstreffen und Veranstaltungen Das Jahr 2026 beginnt mit einem Optimismus, wie man ihn seit vor 2020 nicht mehr gesehen hat. Fachleute, die Kongresse, Konferenzen und Firmenveranstaltungen planen, denken wieder langfristig, und der Fokus verlagert sich zunehmend vom „Überleben“ hin zu Qualität, Erlebnis und nachhaltigem Wachstum.
Dies wird durch den 15. Jahresbericht zu den Prognosen für die Tagungs- und Veranstaltungsbranche für das Jahr 2026 bestätigt, der veröffentlicht wurde. American Express Global Business Travel (Amex GBT). Die Umfrage wurde von YouGov unter 601 Experten aus acht Ländern durchgeführt.
Rekordhoch beim Optimismus
Bis zu 85 Prozent der Befragten gaben an, sie seien optimistisch oder sehr optimistisch, was das Jahr 2026 angeht. Dies stellt einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu früheren Berichten dar und ist ein klares Zeichen dafür, dass sich die Branche nach einer langen Phase der Unsicherheit stabilisiert hat.
Europa sticht mit 91 % optimistischer Befragter hervor. London, Madrid, Barcelona, Amsterdam und Paris gehören weiterhin zu den beliebtesten Zielen für Geschäftstreffen, doch große Sport- und Weltveranstaltungen wie die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand–Cortina könnten vorübergehend die verfügbaren Kapazitäten verringern und die Preise in die Höhe treiben.
In Nordamerika ist der Optimismus sogar noch größer (93 Prozent), während man in Lateinamerika und im asiatisch-pazifischen Raum zwar etwas zurückhaltender, aber dennoch positiv gestimmt ist – mit einer starken Nachfrage nach großen Ballungszentren und MICE-Standorten.
Kosten als größte Herausforderung für Planer
Trotz der positiven Stimmung sind die Kosten nach wie vor das Hauptanliegen der Branche. Fast drei Viertel der Befragten rechnen mit einem Anstieg der Kosten pro Teilnehmer, wobei die meisten davon ausgehen, dass dieser Anstieg moderat ausfallen wird.
Die Planer reagieren darauf mit einer Kombination aus bewährten und neuen Strategien:
– durch die Suche nach zusätzlichen Finanzierungsquellen und Sponsoren
– durch die Verlagerung von Veranstaltungen in kleinere Städte
– indem man Zeiten wählt, in denen weniger Nachfrage herrscht
– durch eine intelligentere Nutzung hybrider und virtueller Formate
Der Schwerpunkt liegt zunehmend auf Optimierung und nicht auf Einsparungen auf Kosten der Qualität.
Das Teilnehmererlebnis wird zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Bereits im zweiten Jahr in Folge wurde das Teilnehmererlebnis als strategische Priorität Nummer eins eingestuft. Die Veranstalter machen zunehmend deutlich, dass traditionelle Formate mit langen Vorträgen und passiver Teilnahme an Bedeutung verlieren.
Im Vergleich zu vor fünf Jahren ist die Nachfrage nach interaktiven Workshops, kürzeren und dynamischeren Veranstaltungen sowie hochwertigen Networking-Möglichkeiten deutlich gestiegen. Die Teilnehmer möchten sich einbringen, Ideen austauschen und sich verbunden fühlen – mit dem Thema, dem Veranstaltungsort und untereinander.
Die Personalisierung von Inhalten, lokale Erlebnisse und „ungezwungene Momente“ gewinnen zunehmend an Bedeutung und sind mittlerweile genauso wichtig wie das offizielle Programm.
Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Mainstream-Veranstaltungsbranche.
Technologie, insbesondere künstliche Intelligenz, verändert die Art und Weise, wie Veranstaltungen geplant und durchgeführt werden, rasant. Rund 50 Prozent der Befragten nutzen bereits KI-Tools, während weitere 40 Prozent davon ausgehen, dass sie KI-Anwendungen für personalisierte Programme und intelligentes Networking einführen werden.
KI wird zur Entwicklung kreativer Konzepte, zur Erstellung von Inhalten, zur Überwachung des Teilnehmerengagements sowie für Logistik, Registrierung, Übersetzung und Kommunikation über Chatbots eingesetzt. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Bedeutung von Datenschutz und -sicherheit, sodass immer mehr Organisationen klare interne Richtlinien für den Einsatz künstlicher Intelligenz einführen.
Nachhaltigkeit als Standard, nicht als Zusatz
Nachhaltigkeit ist immer weniger eine Marketingbotschaft und immer mehr eine konkrete Erwartung der Teilnehmer. Vor allem jüngere Generationen fordern sichtbare Maßnahmen: Abfallvermeidung, nachhaltige Materialien, verantwortungsbewusste Verpflegung sowie die Zusammenarbeit mit der lokalen Gemeinschaft.
Zwar erfasst derzeit nur ein kleiner Teil der Unternehmen seine CO₂-Emissionen systematisch, doch plant ein Großteil von ihnen, seine Nachhaltigkeitskennzahlen bereits ab 2026 zu verbessern. Geschäftsveranstaltungen werden zunehmend unter dem Gesichtspunkt ihrer weiterreichenden gesellschaftlichen und lokalen Auswirkungen betrachtet.
Der GBT-Bericht von Amex zeigt deutlich, dass die Branche für Geschäftstreffen und Veranstaltungen in eine neue Phase eintritt. Das Vertrauen ist zurückgekehrt, doch die Erwartungen sind höher denn je. Der Erfolg wird davon abhängen, inwieweit es gelingt, Kostenkontrolle, Technologie, Nachhaltigkeit und ein authentisches Teilnehmererlebnis miteinander zu verbinden.