Kroatisch Englisch Deutsch

ETIAS steht vor einer weiteren Verzögerung: Verschiebt die Europäische Union die Fristen auf 2027?

ETIAS steht vor einer weiteren Verzögerung: Verschiebt die Europäische Union die Fristen auf 2027?

Die Einführung des neuen elektronischen Reisegenehmigungssystems ist auf technische und logistische Schwierigkeiten gestoßen. Infolgedessen könnte sich der geplante Start der Umsetzung auf das nächste Jahr verschieben.

Das System steht vor neuen technischen Herausforderungen

Obwohl in offiziellen Kanälen der Europäischen Union nach wie vor Ende 2026 als Datum für die Inbetriebnahme des Systems angegeben wird ETIAS (Europäisches Reiseinformations- und -genehmigungssystem), Informationen aus europäischen Kreisen deuten jedoch auf ein anderes Szenario hin. Die EU-Lisa-Agentur, die dieses umfangreiche IT-Projekt leitet, soll intern bereits bestätigt haben, dass die aktuellen Fristen nicht mehr einhaltbar sind. Die Europäische Kommission muss nach weiteren Konsultationen mit den Mitgliedstaaten noch eine endgültige Entscheidung treffen. Alles deutet jedoch darauf hin, dass die Umsetzung auf das Jahr 2027 verschoben wird.

Diese Verschiebung verschafft den operativen Abläufen an den Grenzen eine kurze Atempause. Sobald ETIAS in Kraft tritt, wird es ähnlich wie das US-amerikanische ESTA-System funktionieren. Das bedeutet, dass Drittstaatsangehörige, die ohne Visum in den Schengen-Raum einreisen, vorab einen Online-Antrag stellen und eine Gebühr von 20 Euro entrichten müssen.

Erkenntnisse aus der Einführung des EES-Systems

Der Hauptgrund für die Zurückhaltung der europäischen Behörden liegt in ihren Erfahrungen mit der kürzlich eingeführten Einreise- und Ausreisesystem (EES). Im Gegensatz zu ETIAS, bei dem es sich im Wesentlichen um ein administratives Vorabprüfungsverfahren handelt, das vor Reiseantritt online abgewickelt wird, ist das EES ein System, das physisch an den Grenzübergängen umgesetzt wird. Konkret ersetzt das EES den herkömmlichen Stempel im Reisepass und erfordert die Erfassung biometrischer Daten – Fingerabdrücke und Gesichtsbilder – bei jeder ersten Einreise in die Union.

Luftfahrtverbände und Flughäfen spüren bereits den Druck dieser biometrischen Kontrollen vor Ort und warnen vor Engpässen und längeren Warteschlangen während des Sommerreiseverkehrs. Die gleichzeitige Einführung einer weiteren digitalen Anforderung in kurzer Zeit würde eine ohnehin schon überlastete Infrastruktur zu sehr belasten. Daher erscheint eine Verlangsamung des gesamten Prozesses als logischer Schritt, um den grenzüberschreitenden Verkehr zu stabilisieren.

stipan.spaija
Stipan Spaija

stipan.spaija

Stipan Spaija – Gründer und Herausgeber von Tragento.com

Stipan Spaija ist Gründer und Herausgeber von Tragenta, dem größten Tourismusportal der Region. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Tourismusbranche, wobei sein Schwerpunkt auf der Luftfahrtindustrie, Reisetechnologie und dem Vertrieb liegt.