Kroatisch Englisch Deutsch

Brüssel schränkt regionale Flughäfen mit neuen Vorschriften ein!

Brüssel schränkt regionale Flughäfen mit neuen Vorschriften ein!

Die Europäische Kommission bereitet einen strengeren Rechtsrahmen für staatliche Beihilfen im Luftverkehr vor. Dies hat eine scharfe Reaktion seitens ACI EUROPE ausgelöst, die vor schwerwiegenden Folgen für die Anbindung und die lokale Wirtschaft warnt.

Europäische Regionalflughäfen sind wichtige Knotenpunkte für die Verteilung des Tourismusverkehrs und die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in abgelegeneren Regionen. Derzeit stehen sie jedoch vor einer großen Herausforderung. Die Europäische Kommission plant die Einführung deutlich strengerer Vorschriften für die Gewährung staatlicher Beihilfen. Dies hat Besorgnis ausgelöst in Luft- und Raumfahrtindustrie. Der Verband ACI EUROPE, der mehr als 600 Flughäfen auf dem alten Kontinent vertritt, hat Brüssel im Rahmen einer öffentlichen Anhörung offiziell gewarnt. Ihrer Einschätzung zufolge könnte die neue regulatorische Ausrichtung zu erheblichen wirtschaftlichen Ungleichheiten innerhalb der Union führen. Außerdem könnte sie Reiseziele, die auf saisonale Flugverbindungen angewiesen sind, unmittelbar gefährden.

Finanzieller Druck auf den Betrieb kleinerer Flughäfen

Der größte Stolperstein im neuen Vorschlag der Kommission ist die geplante Begrenzung der Betriebsbeihilfen auf fünf Jahre. Gleichzeitig werden strengere Auflagen für Flughäfen eingeführt, die jährlich zwischen 500.000 und einer Million Passagiere abfertigen. Olivier Jankovec, Generaldirektor von ACI EUROPE, betont, dass dieser Ansatz die marktwirtschaftlichen Gegebenheiten kleinerer Flughäfen völlig außer Acht lässt.

Diesen Einrichtungen fehlen Skaleneffekte, und sie haben ständig mit ausgeprägter Saisonalität, Nachfrageschwankungen und hoher Inflation zu kämpfen. Zudem wickeln Billigfluggesellschaften den Großteil des Flugverkehrs in diesen Regionen ab. Sie sind äußerst flexibel und verlagern ihre Kapazitäten ohne Weiteres dorthin, wo die Kosten niedriger sind. Ohne die Möglichkeit einer stabilen staatlichen Unterstützung zur Deckung der grundlegenden Betriebskosten, zu vielen kleineren Flughäfen Die wirtschaftliche Existenz der Unternehmen ist gefährdet. Im schlimmsten Fall droht ihnen sogar die Schließung.

Eine Investitionsblockade inmitten der grünen Wende

Das neue Regelwerk sieht auch drastische Kürzungen für mittelgroße Flughäfen vor. Brüssel schlägt nämlich vor, Investitionszuschüsse für alle Flughäfen, die mehr als drei Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen, vollständig einzustellen. Die Branche plädiert dafür, diesen Schwellenwert auf fünf Millionen Passagiere anzuheben. Der Grund dafür ist, dass mittelgroße Flughäfen derzeit vor dem größten Investitionszyklus ihrer Geschichte stehen.

Infrastrukturbetreiber müssen kostspielige Projekte finanzieren, um die Dekarbonisierung voranzutreiben, sich an den Klimawandel anzupassen, die Cybersicherheit zu stärken und Systeme zu digitalisieren. All dies tun sie, um die immer strengeren europäischen Richtlinien zu erfüllen. Es handelt sich dabei um langfristige Kapitalinvestitionen mit einer sehr geringen und nur langsam anziehenden Rendite. Aus diesem Grund ist es nahezu unmöglich, sie vollständig aus privaten Mitteln oder kommerziellen Krediten zu finanzieren.

Das Auslaufen der Fördermittel für neue Strecken gefährdet die Verlängerung der Saison

Das dritte Segment, das direkt trifft Reiseveranstalter Auch die geplante Abschaffung der sogenannten Startbeihilfen für Fluggesellschaften steht zur Debatte. Diese Subventionen dienen seit Jahren als wichtiges Instrument. Regionale Tourismusverbände und Flughäfen haben sie genutzt, um Fluggesellschaften für neue, noch nicht erprobte Strecken zu gewinnen, und damit einen Teil des anfänglichen finanziellen Risikos übernommen.

Durch die Abschaffung dieses Mechanismus verlieren die Regionen die Möglichkeit, ihre Märkte zu diversifizieren und die Anbindung zu verbessern. Die Folge wird eine weitere Konzentration des Flugverkehrs auf einige wenige der größten, bereits überlasteten europäischen Drehkreuze sein. Dies untergräbt unmittelbar die Bemühungen der Tourismusbranche, die seit Jahren in die Verlängerung der Saison in die Vor- und Nachsaison durch stabile Flugverbindungen investiert.

Sollte die Europäische Kommission ihren Entwurf nicht überarbeiten und an die tatsächliche Marktlage anpassen, könnten die europäischen Regionen durch Arbeitsplatzverluste und eine rückläufige Wirtschaftstätigkeit einen hohen Preis zahlen. Der Luftverkehrssektor und die Flugverbindungen sichern derzeit rund 14 Millionen Arbeitsplätze. Zudem erwirtschaften sie fünf Prozent des europäischen BIP, was deutlich macht, wie viel bei diesem regulatorischen Kampf auf dem Spiel steht.

stipan.spaija
Stipan Spaija

stipan.spaija

Stipan Spaija – Gründer und Herausgeber von Tragento.com

Stipan Spaija ist Gründer und Herausgeber von Tragenta, dem größten Tourismusportal der Region. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Tourismusbranche, wobei sein Schwerpunkt auf der Luftfahrtindustrie, Reisetechnologie und dem Vertrieb liegt.