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KI, NDC und MCP: Wie sich der Vertrieb von Flugtickets verändert

KI, NDC und MCP: Wie sich der Vertrieb von Flugtickets verändert

Auf der kürzlich abgehaltenen Konferenz „Airline Distribution 2026“, die im März in Barcelona stattfand Es wurden Fragen aufgeworfen, die das Ganze betreffen Luftverkehrssystem: Wird künstliche Intelligenz den Vertrieb strukturell verändern, oder wird sie bestehende Systeme lediglich mit einer Optimierungsschicht “überziehen”, und könnte ein Standard wie NDC in einer Welt von KI-Agenten, die Komplexität verstehen, an Bedeutung verlieren?. 

Ebenfalls im Fokus stand der 2012 eingeführte NDC-Standard der IATA, dessen Entwicklung im Laufe der Jahre je nach Fluggesellschaft, deren Partnern und dem Markt unterschiedlich schnell voranschritt. 

Obwohl es ein Begriff, der bereits jedem bekannt ist, Und da diese Technologie bereits seit Langem im Einsatz ist, sei noch einmal daran erinnert: Laut IATA handelt es sich bei NDC um ein Datenaustauschformat (XML), das auf den „Offer & Order“-Prozessen basiert und es Fluggesellschaften ermöglicht, relevante Angebote unabhängig vom Vertriebskanal zu erstellen und zu verbreiten. 

Direkt vs. indirekt: Die Mischung, die nicht verblasst

Die Fluggesellschaften treiben den Direktverkauf schon seit Jahren voran, doch der Markt und das Verhalten der Passagiere “ziehen” nach wie vor in die entgegengesetzte Richtung. Multichannel-Welt. In der Diskussion wurde betont, dass selbst wenn die Fluggesellschaft ihre gesamte Kapazität ausschließlich über ihre eigenen Vertriebskanäle verkaufen wollte, die Gegebenheiten hinsichtlich Nachfrage, Reisezielen und Kaufgewohnheiten dies nicht zulassen. 

Die konkreten Zahlen verdeutlichen, warum es kein allgemeingültiges “ideales” Verhältnis gibt. American Airlines hat angegeben, dass ihr Direktanteil bei etwa 55 Prozent liegt und dass dieses Verhältnis je nach Marktbedingungen variiert, während United Airlines heute einen Direktvertriebsanteil von 70 Prozent angibt, wobei der Rest über NDC (außerhalb des GDS) und traditionelle Vertriebskanäle abgewickelt wird. 

Die Kernbotschaft für Vermittler (TMCs, OTAs und andere) ist einfach: Der indirekte Vertriebskanal bleibt von entscheidender Bedeutung, jedoch zunehmend weniger als “Preisanzeige”, sondern vielmehr als Ebene, die die Komplexität der Inhalte, die Regeln und die Betreuung verwaltet. Der Service wird nun zum entscheidenden Unterscheidungsmerkmal, wie mir die Reisevermittler bestätigen, mit denen ich in der Region spreche.

NDC als Übergang zu Angebot und Bestellung weltweit und die Auswirkungen auf EDIFACT

Von vielen Kollegen und Partnern, insbesondere auf der jüngsten ITB, höre ich, dass die Bedeutung von EDIFACT allmählich abnimmt, was den noch größeren Einfluss von NDC unterstreicht und eigentlich nichts Neues ist.  

Um das Problem zu verstehen, ist es hilfreich zu wissen, dass moderne Plattformen häufig sowohl “traditionelle” EDIFACT-Inhalte als auch die neueren NDC-Inhalte parallel bereitstellen, um alles in einem einzigen Einkaufs- und Buchungserlebnis darzustellen. Dies wird bei GDS und anderen Vertriebskanälen zunehmend zur Norm.

Auch wenn die Richtung recht klar ist, bleibt die Frage, wie schnell sich dieser Prozess vollziehen wird. Zudem ist mit einer Differenzierung der Vertriebsmethoden je nach Art des Unternehmens zu rechnen.

Sicherlich geht man davon aus, dass das Hybridmodell noch eine ganze Weile im Einsatz bleiben wird.

MCP: “Agent-Ready”-Web und das Konzept der universellen Adapter

Welche Rolle spielt MCP in diesem Zusammenhang? Den technischen Erläuterungen von MCP zufolge handelt es sich um einen offenen Standard, der es großen Sprachmodellen und KI-Agenten ermöglicht, auf strukturierte Weise mit externen Tools und Datenquellen (z. B. APIs, Datenbanken, Diensten) zu kommunizieren.

WebMCP geht noch einen Schritt weiter in Richtung Web: Es entwickelt sich zu einem vorgeschlagenen Standard für die Darstellung “strukturierter Aktionen” auf Websites, damit Agenten Aufgaben zuverlässiger ausführen können.

Genau an dieser Stelle kommen wir zu der provokanten These, die zunehmend diskutiert wird: Wenn ein KI-Agent die Komplexität verschiedener Implementierungen “lesen” und verstehen kann, wie perfekt muss die Standardisierung dann eigentlich sein? Es wird oft erwähnt, dass Integrationen, die früher Monate dauerten, manchmal sehr schnell abgeschlossen werden können, wenn ein großer Teil des Verständnisses und der Zuordnung auf KI-Modelle übertragen wird. 

Dementsprechend könnten MCP und WebMCP – als relativ neue Produkte bzw. Konzepte – NDC im Laufe der Zeit verdrängen. Für den Vertrieb ist besonders interessant, dass MCP im Fluglinien-Einzelhandel bereits sehr konkrete Formen annimmt. TPConnects Technologies – darüber haben wir kürzlich berichtet., Das Unternehmen hat die MCP-Schicht in seine Astra-NDC-Plattform integriert, um als universeller Adapter für verschiedene Versionen und Varianten von NDC-Schemata zu fungieren und die Systemanbindung an KI-Agenten zu erleichtern. 

Look-to-Book: Ein Kostenfaktor, den KI sowohl erhöhen als auch senken kann.

Wenn wir über NDC und künstliche Intelligenz sprechen, kommt unweigerlich auch die Frage nach den Vertriebskosten auf – insbesondere anhand der „Look-to-Book“-Quote (L2B).

Das „Look-to-Book“-Verhältnis, also das Verhältnis zwischen Suchanfragen und tatsächlichen Käufen, entwickelt sich zu einer der größten Herausforderungen. Je höher dieses Verhältnis ist, desto höher sind die System- und Betriebskosten.

NDC hat dieses Verhältnis von einigen Hundert auf Tausende deutlich erhöht, während KI den Druck durch ein höheres Abfragevolumen und automatisierte Tests weiter verstärkt. Das Problem ist nicht nur technologischer Natur. Zunehmend rückt die Frage nach den Geschäftsmodellen in den Vordergrund – wer trägt die Kosten für das hohe Abfragevolumen?.

Die Branche sucht bereits nach Lösungen. Amadeus setzt KI-Filter ein, um unproduktiven Datenverkehr zu reduzieren, während Sabre und Travelport mithilfe von Caching-Modellen versuchen, unnötige Abfragen zu vermeiden und ihre Systeme zu entlasten.

Was bedeutet das für die Nutzer und die Reisetechnologie im Jahr 2026?.

Für Reisebüros, TMCs und OTAs bringt das Jahr 2026 eine deutliche Veränderung mit sich: Vertrieb und Technologie können nicht mehr getrennt betrachtet werden. Der Markt ist bereits hybrid – ein Teil der Verkäufe erfolgt direkt, ein Teil über NDC und ein Teil über Altsysteme. Daher müssen sowohl Vertriebs- als auch Serviceprozesse an diese Realität angepasst werden und nicht an “ideale” Modelle.

Gleichzeitig verändert die KI-basierte Kundenberatung die Art und Weise, wie Kunden Reisen buchen. Immer mehr Lösungen setzen auf dialogorientierte Schnittstellen mit integrierter Buchungs- und Zahlungsfunktion, was bereits 2026 zum Standard bei den großen Anbietern werden könnte.

Der Vertrieb in der Luftfahrtbranche ist mittlerweile sehr komplex geworden, und obwohl es vor einiger Zeit noch so aussah, als würde die Arbeit der Buchungsagenten einfacher und automatisierter werden, erfordert die Bereitstellung eines hochwertigen Service und die Betreuung der Passagiere immer mehr Zeit und Aufwand. Letztendlich kommt es darauf an, was die Menschen wollen und wie viel sie bereit sind, dafür zu bezahlen 😊

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Stipan Spaija

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Stipan Spaija – Gründer und Herausgeber von Tragento.com

Stipan Spaija ist Gründer und Herausgeber von Tragent, einem B2B-Portal für Fachleute aus der Tourismusbranche. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Tourismus, mit den Schwerpunkten Luftfahrtbranche, Reisetechnologie und Vertrieb.

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