
Die IATA fordert eine Verlängerung der Flexibilität beim EES: Europa steht vor neuen Warteschlangen an den Grenzen
Die IATA warnt davor, dass die Aufhebung der Möglichkeit einer vorübergehenden Lockerung der biometrischen Kontrollen nach dem 6. September erneut zu längeren Wartezeiten an den europäischen Grenzen führen könnte. Die Fluggesellschaften fordern, dass diese Möglichkeit zumindest bis zum Ende der Wintersaison bestehen bleibt.
Die International Air Transport Association (IATA) hat den Druck auf die Europäische Union erhöht, nur wenige Tage vor dem Auslaufen der befristeten Maßnahmen, die es den Mitgliedstaaten ermöglichen, die biometrische Komponente des Einreise-/Ausreisesystems (EES) teilweise auszusetzen.
Thomas Reynaert, Senior Vice President für Außenbeziehungen bei der IATA, forderte bei einer Pressekonferenz am 3. September in Brüssel, dass diese Option bis zum Ende der Wintersaison bestehen bleiben solle. Die IATA fordert keine Verschiebung des EES, sondern die Beibehaltung eines Mechanismus, der es den Grenzbehörden ermöglicht, einzugreifen, wenn die Warteschlangen zu lang werden.
Die Frist läuft nach dem Sommersystemtest ab.
EES Ab dem 10. April 2026 wird es an den Außengrenzen von 29 europäischen Ländern voll funktionsfähig sein. Das „Third-Country Traveller System“ erfasst Ein- und Ausreisen digital und sammelt Gesichtsbilder und Fingerabdrücke.
Gemäß der europäischen Verordnung können die Mitgliedstaaten unter außergewöhnlichen Umständen die Erfassung biometrischer Daten vorübergehend aussetzen, wenn es aufgrund des Verkehrsaufkommens zu übermäßigen Verzögerungen kommt. Diese Übergangsregelung läuft Anfang September aus.
Die IATA fordert zuverlässigere Technologie und größere Kapazitäten
Das Problem liegt laut IATA nicht nur in der Anzahl der Passagiere. Im Laufe des Sommers gab es Probleme mit der Software und der Ausrüstung, einen Mangel an Grenzbeamten sowie eine uneinheitliche Verfügbarkeit von Selbstbedienungsterminals und automatisierten Gates.
Die Branche setzt sich insbesondere für eine breitere Nutzung der Vorabregistrierung von Passagieren vor deren Ankunft an der Grenze ein. Bereits im Juni forderte die IATA eine Ausweitung der Möglichkeit, das EES teilweise auszusetzen, sowie klarere Standards für die Auslösung einer solchen Maßnahme.
Das Risiko ist nicht an allen Grenzen gleich.
Für Adria-Region Diese Frage ist insbesondere an den äußeren Schengen-Grenzen Kroatiens sowie auf den Routen relevant, über die Reisende aus Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Albanien in den Schengen-Raum einreisen. Längere Verzögerungen können sich auch auf Anschlussverbindungen, organisierte Reisen und Flugpläne auswirken.
Neun europäische Länder hatten bereits im Sommer nach dem 6. September eine Verlängerung der Flexibilitätsregelung beantragt. Brüssel hatte jedoch bis Anfang September noch keine neue dauerhafte Lösung offiziell bekannt gegeben.