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In Europa sind die Flugzahlen wieder auf 6,9 Millionen gestiegen, und in dieser Region wächst das Verkehrsaufkommen sogar noch schneller.

In Europa sind die Flugzahlen wieder auf 6,9 Millionen gestiegen, und in dieser Region wächst das Verkehrsaufkommen sogar noch schneller.

Die Europäische Union verzeichnete im Jahr 2025 6,9 Millionen Linienflüge, 3,8 Prozent höher als im Vorjahr. Hinter der Rückkehr auf das Niveau vor der Pandemie verbirgt sich eine weitaus interessantere regionale Entwicklung: Süd- und Südosteuropa wachsen schneller, und unter den Märkten der Adria-Region sticht insbesondere Bosnien und Herzegowina hervor.

Der europäische Flugverkehr hat den Erholungszyklus nach der Pandemie praktisch abgeschlossen. Nach den neuesten Daten von Eurostat wurden im Jahr 2025 in den Ländern der Europäischen Union 6,9 Millionen kommerzielle Flüge durchgeführt, verglichen mit 6,7 Millionen im Vorjahr. Dies entspricht einem Anstieg um 3,8 Prozent, wobei die Zahl der Flüge erneut sehr nahe am Niveau von 2019 lag, als rund sieben Millionen Flüge durchgeführt wurden.

Der europäische Markt erholt sich jedoch nicht im gleichen Tempo. Europäische Flugsicherungsdienste Aufgrund seines ausgedehnteren Streckennetzes verzeichnet das Unternehmen im Jahr 2025 11,1 Millionen Flüge, 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr, und stellt ausdrücklich fest, dass es Südosteuropa war der am schnellsten wachsende Teil des Netzwerks.. Die Märkte in Südeuropa liegen bereits weitgehend über dem Niveau vor der Pandemie, was in erster Linie auf die starke Nachfrage im Tourismus zurückzuführen ist.

Es ist wichtig, zwischen zwei Zahlen zu unterscheiden. Die von Eurostat angegebene Zahl von 6,9 Millionen bezieht sich auf kommerzielle Flüge innerhalb der EU, während EUROCONTROL das gesamte europäische Streckennetz erfasst, einschließlich Länder außerhalb der Union und Überflüge. Gerade diese umfassendere Perspektive vermittelt ein klareres Bild davon, was auf den Märkten der Adria-Region vor sich geht.

Bosnien und Herzegowina verzeichnet ein Wachstum von 19 Prozent, Kroatien bleibt der größte Markt in der Region

In absoluten Zahlen war Kroatien im Jahr 2025 mit durchschnittlich 359 Ankünften und Abflügen pro Tag der größte Markt unter den untersuchten Ländern der Region. Es folgen Serbien und Montenegro, die EUROCONTROL in dieser Darstellung aufgrund ihres gemeinsamen Flugsicherungsdienstleisters zusammenfasst, mit 317 Flügen pro Tag.

Albanien verzeichnete durchschnittlich 192, Bosnien und Herzegowina 74 und Slowenien 71 Ankünfte bzw. Abflüge pro Tag.

MarktDurchschnittliche tägliche Ankünfte und Abflüge für das Jahr 2025.Veränderung gegenüber 2024.Durchschnitt aller Flüge mit Zwischenstopps
Kroatien359+4%2.743
Serbien / Montenegro*317+4%2.877
Albanien192+2%1.099
Bosnien und Herzegowina74+19%1.628
Slowenien71+5%1.612

EUROCONTROL stellt Serbien und Montenegro in diesem Bericht aufgrund ihrer integrierten Flugsicherungsorganisation gemeinsam dar. Die Daten in der letzten Spalte umfassen Ankünfte, Abflüge und Überflüge und sollten nicht mit dem Touristen- oder Flughafenverkehr gleichgesetzt werden.

Die größte Überraschung ist Bosnien und Herzegowina. Der Anstieg der Ankünfte und Abflüge um 19 Prozent gehörte zu den höchsten im gesamten EUROCONTROL-Netzwerk. Die Organisation führt diesen Anstieg in erster Linie auf die Ausweitung des Flugbetriebs von Wizz Air, Ryanair und Turkish Airlines zurück, insbesondere auf Strecken nach Deutschland, in die Türkei und nach Italien.

Für den Tourismusmarkt ist diese Zahl wichtiger als die niedrige absolute Ausgangsbasis an sich. Bosnien und Herzegowina zeigt, wie schnell zusätzliche kostengünstige Kapazitäten die Lage verändern können. Verfügbarkeit des Reiseziels und neue Exportmärkte zu erschließen.

Billigfluggesellschaften verändern die geografische Verteilung des Wachstums in Europa.

EUROCONTROL kommt zu dem Schluss, dass die Märkte im Mittelmeerraum und im Südosten im Jahr 2025 einen überproportional großen Beitrag zum Wachstum des europäischen Flugverkehrs geleistet haben. Die Gründe dafür sind eine Kombination aus Freizeitnachfrage, gestiegenen Touristenströmen und der Expansion von Billigfluggesellschaften.

Billigfluggesellschaften sind erstmals zum größten Segment des europäischen Marktes gemessen an der Anzahl der Flüge aufgestiegen und liegen damit knapp vor den traditionellen Netzwerk-Fluggesellschaften. Ihr Flugbetrieb ist im Vergleich zu 2024 um rund sechs Prozent gewachsen.

Bosnien und Herzegowina sticht erneut hervor. Laut einer Analyse des Flugbetriebs durch EUROCONTROL verzeichnen Moldawien, Bosnien und Herzegowina sowie die Türkei im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie einen Anstieg des Low-Cost-Flugbetriebs um mindestens 50 Prozent.

Für die Adria-Region hat dies ganz konkrete Auswirkungen. Das Wachstum ist nicht mehr ausschließlich den größten Tourismusflughäfen und den nationalen Fluggesellschaften vorbehalten. Sekundärflughäfen und kleinere Märkte können innerhalb kurzer Zeit eine große Anzahl neuer Sitzplätze gewinnen, wenn Fluggesellschaften sie in ihre Stützpunkte und Netzwerke aufnehmen.

Andererseits birgt die Ausrichtung auf das Niedrigpreismodell auch ein höheres Risiko, von häufigen Kapazitätsänderungen betroffen zu sein. Strecken können zwar schnell eröffnet werden, aber ebenso schnell wieder eingestellt werden, wenn die Fluggesellschaft in einem anderen Markt eine rentablere Alternative findet.

Die Sommermonate hängen nach wie vor stark vom Charterverkehr ab.

Die Daten von Eurostat zeigen zudem, wie stark der europäische Markt nach wie vor von saisonalen Schwankungen geprägt ist. Unregelmäßige Linienflüge, einschließlich Charterflüge, machten im Jahr 2025 8,5 Prozent aller Flüge in der EU aus.

Im Juni stieg ihr Anteil jedoch auf 11,2 Prozent, im Juli auf 12,3 Prozent und im August auf 11,4 Prozent. Der August war zudem mit etwas mehr als 693.000 Linienflügen der verkehrsreichste Monat des Jahres.

Dies gilt insbesondere für Kroatien, Montenegro, Albanien und andere stark saisonabhängige Freizeitmärkte.. Trotz des Ausbaus der Linienflüge von Billigfluggesellschaften spielen Charterflüge und andere nicht im Linienflugplan vorgesehene Kapazitäten in der Hochsaison nach wie vor eine bedeutende Rolle.

Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen erhöht den Druck auf den Luftraum.

Wachstum ist nicht nur aus Sicht des Flughafens wichtig. Die Adria-Region liegt zudem an einem der verkehrsreichsten Luftkorridore Europas.

Bezieht man neben den Ankünften und Abflügen auch die Überflüge mit ein, verzeichnete EUROCONTROL im Jahr 2025 durchschnittlich 2.877 Flüge pro Tag im Luftraum von Serbien und Montenegro sowie 2.743 im kroatischen Luftraum. Bosnien und Herzegowina verzeichnete 1.628 Flüge, Slowenien 1.612 und Albanien 1.099.

Diese Zahlen spiegeln zum Teil auch Streckenänderungen wider, die auf gesperrte oder eingeschränkte Lufträume über Osteuropa und dem Nahen Osten zurückzuführen sind. Sie sind daher kein direkter Maßstab für die touristische Nachfrage, zeigen jedoch sehr deutlich den betrieblichen Druck auf die regionale Infrastruktur.

Kroatien hat im Jahr 2025 deutliche Fortschritte erzielt: Die durch Kapazitätsengpässe und Personalmangel in der Flugsicherung bedingten Verspätungen konnten im Vergleich zu 2024 um 78 Prozent reduziert werden. Allerdings führt EUROCONTROL Zagreb und Belgrad unter den Zentren auf, die im Laufe des Jahres von stärkeren wetterbedingten Störungen betroffen waren. Auch Sarajevo verzeichnete einen Anstieg des Verkehrsaufkommens in seinem Kontrollgebiet, was zu Kapazitätsengpässen führte.

Dies ist auch eine Warnung an die Tourismusbranche. Das weitere Wachstum der Sitzplatzkapazitäten wird nicht allein von der Nachfrage, den Hotels und neuen Flugverbindungen abhängen. Während der Hochsaison im Sommer werden die Flughafenkapazitäten, die Flugsicherung und das gesamte europäische Streckennetz zunehmend an Bedeutung gewinnen.

EUROCONTROL rechnet im ECAC-Raum für das Jahr 2026 im Basisszenario mit rund 11,3 Millionen Flügen, was einem Anstieg von 2,7 Prozent gegenüber 2025 entspricht, während das Verkehrsaufkommen bis 2032 etwa 12,8 Millionen Flüge pro Jahr erreichen könnte. Die Prognose fällt derzeit aufgrund geopolitischer Risiken zurückhaltender aus, doch der zugrunde liegende Trend bleibt unverändert: Süd- und Osteuropa wachsen schneller als die traditionellen Märkte Nordwesteuropas..

Für die Adria-Region lautet die entscheidende Frage nicht mehr, ob die Nachfrage steigen wird. Viel wichtiger ist vielmehr, wie viel zusätzliches Verkehrsaufkommen die Flughäfen, Fluggesellschaften und die Flugsicherung in den verkehrsreichsten Sommermonaten effizient bewältigen können.

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Stipan Spaija

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Stipan Spaija – Gründer und Herausgeber von Tragento.com

Stipan Spaija ist Gründer und Herausgeber von Tragent, einem B2B-Portal für Fachleute aus der Tourismusbranche. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Tourismus, mit den Schwerpunkten Luftfahrtbranche, Reisetechnologie und Vertrieb.